Willkommen

Sieben Musiker und Sängerinnen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden und Kirchen in Esslingen und Umgebung bereichern Ihre Gemeindeveranstaltung mit populärer christlicher Musik. Auf dieser Internetseite erfahren Sie alles Wissenswerte.

Auf ein Wort: #neulich…in Nambia!

Kennen Sie Nambia? Keine Sorge, ich auch nicht. Das liegt wahrscheinlich irgendwo nirgendwo neben der schönen Stadt Belgien. Jedenfalls kennt es einer der Lenker unserer Welt, seines Zeichens amerikanischer Präsident, der ja über alternative geografische Kenntnisse verfügt. Die gute Nachricht dabei ist jedoch, kristalline Intelligenz, also alle Dinge, die wir im Laufe des Lebens, z.B. auch vielleicht auch in der Schule erlernt haben, lassen sich bis ins hohe Alter memorabel trainieren. Wie sieht es aber mit unserer fluiden Intelligenz aus, unserer beweglich-geistigen Kapazität, Dinge koordinativ–kreativ zu verknüpfen? Oder unserer emotionalen Intelligenz, Gefühle empathisch wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen? Ganz zu schweigen jetzt von unserer sprachlichen, linguistischen, musikalischen, logisch-mathematischen, räumlich-bildlichen, körperlich-kinästhetischen, intrapersonalen, interpersonellen, naturbezogenen, existenziellen, physischen, kognitiven Intelligenz? Bei so viel Intelligenzen ist es allenthalben verständlich, dass wir versuchen, immer mal wieder nach Narhalla zu entfliehen. Trotz alledem empfehle ich nachdrücklich: natürliche Intelligenz! Diese beginnt mit einem Danke. Danke für all das, was wir vermissen würden, wenn es nicht mehr da wäre, sei es Lebenskraft und Lebensmöglichkeit, Lebensgefährten und Lebenszeit. Und der Einsicht, dass alle Gaben Gaben auf Zeit sind, denn mitnehmen werden wir nichts können. Danken wir nicht dem Urknall, der uns zufällig auf einen mikroskopisch kleinem Planetenkrümel als unbedeutende Gebilde aus Kohlenstoff und Wasserstoff ausgeworfen hat, sondern Gott, dem Schöpfer und Geber, der meine vergängliche Ich AG in seine Ewigkeit bettet. Und sie endet mit Bitte. Bitten wir um Verzeihung, wo wir uns zu wichtig nahmen und das Du vergaßen, aber auch in unseren großen Schicksalsfragen ist Gott erste Adresse für unser Bitten und Beten für Gesundheit und Arbeitsplätze, politische Stabilität, für eine menschliche Wirtschaftsordnung, für Frieden oder ganz persönlichen Anliegen. Weil Menschen hier nicht helfen können, wie Eingangs zitierter, angeblich bester Präsident, den Gott je erschaffen hat, der seine Weisheit unaufhörlich in die Welt tweetet a la: „Es schneit und friert in New York. Wir brauchen globale Erwärmung!“ Bauen wir unser weises Haus, dass es auf ewig stehen bleibt, auf dem festen Fundament, das Jesus Christus uns gegeben hat.

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Neulich im Neujahr

 

Neulich im Neujahr

Neulich habe ich zufällig meinen Motivationskalender von 2015 wiederentdeckt, den ich bisher kein einziges Mal angeschaut hatte, randvoll mit noch unberührten Sinnsprüchen. Kaum sind die Glückskeks- und Tischfeuerwerksorakel verpufft, sehen wir wieder der bitteren Wahrheit ins Auge, dass auch das neue Jahr dieselbe Lebenssuppe mit Wasser und beschränktem Haltbarkeitsdatum kocht. Trotz aller guten Vorsätze, Wünsche und Bekundungen hat sich scheinbar gar nichts verändert: wir sind weder schöner, jünger oder reicher geworden und die Hosen kneifen immer noch an altvertrauten Stellen.

Und doch: da bricht ein neues Jahr an und der Himmel über uns ist zwar nicht anders, aber doch ist einem irgendwie für den Moment frischer, jünger, ungebrauchter zumute auf dem Losfeld unseres Lebensmonopolys. Das ist der Zauber des Neuen, der Sehnsucht, der Hoffnung, auf unserer nächsten Jahresrunde durch 365 Lebensfelder, Glück zu gewinnen und uns nicht zu verlieren im Rausch des Geldes oder anderer Ungewichtigkeiten. Den Blick nicht zu verlieren auf das Wesentliche. Denn eines Tages, das ahnen wir tief in unserem Herzen, wird für uns das Spiel zu Ende sein. Und so hoffen und sehnen wir uns weiter. Nach keinem Da Capo des immer Gleichen immer wieder, sondern dass das, was schiefläuft, gerade gerückt wird, dass das Leid ein Ende hat, nach sauberer Luft und prima Klima, nach sinnvollen Tätigkeiten, mehr Ehrlichkeit und Treue in der Welt, endloser Schönheit, keiner Einsamkeit und keinem Krieg mehr.

Ein gutes Motto für das neue Jahr ist, so finde ich: Lache, lebe, liebe. Nimm dich nicht so ernst, lache öfter in einer Runde mit Freunden, lass das Lachen Gottes, das in seiner Schöpfung wiederhallt, dein Herz erfüllen. Sei lebendig und nicht gelebt, sei mit anderen unterwegs zu einem Ziel, beginne mit Gott, dem Erfinder alles Lebens, Schritte zu wagen oder weiter zu gehen. Liebe, dich selbst, andere, Gott. Leere deine Hände, leg ab das schwere Herzensgepäck, werde langsamer, ungeplanter, fange und umarme das Licht, das seit Weihnachten aus der Krippe scheint, mit leeren Herzen und Händen und entdecke neu in und über dir – frischen, unberührten Himmel…

-Stefan Harrer-

Gutes Neues!

Liebe Freunde! Wir wünschen euch ein gutes Neues Jahr! Seid gesegnet und getragen von Gott, unserm Herrn.

Auch in 2020 – wie bitte? 20 Jahre „Die Väter – Band & Vocals“ ? – laden wir euch wieder ein, in Gottesdiensten und Konzertevents IHN zu loben, seine froh machende Botschaft zu hören und das alles durch die Musik der Väterband mit den fantastischen Vocals.

Schon gesehen? Unsere aktuell schon fest stehenden Termine sind online. Schaut rein und kommt vorbei.

Photo Happy New Year by Crazy nana on Unsplash

Auf ein Wort: Advent #3

Neulich in der Stille

Advent heißt Stille.
Nein, die Wahrheit ist,
dass der Advent nur laut und schrill ist.
Ich glaube nicht,
dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann,
dass ich den Weg nach innen finden kann,
dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt.
Es ist doch so,
dass die Zeit rast.
Ich weigere mich zu glauben,
dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint,
dass ich mit anderen Augen sehen kann.
Es ist doch ganz klar,
dass Liebe fehlt.
Ich kann unmöglich glauben,

nichts wird sich verändern.
Es wäre gelogen, würde ich sagen,
Liebe kommt auf Erden.

 

„Irgendwo auf der Welt geht immer gerade die Sonne auf“, so der junge Moderator neulich im Nachrichtenkanal. Unwiederbringlich vorbei sind die Zeiten von Testbild, Pausenzeichen, Sendeschluss, Mittagspause, Sperrstunde, Anstehen am Telefonhäuschen. Unsere Welt ist permanent an, der Medienfluss ist immer da, überall. Und wir schwimmen mittendrin in Informationsströmen unausgesetzt, polyphon, permanent. 9 to 5 war gestern, 24 -7 ist heute, immer, hier und jetzt. Früher kam der Postbote einmal am Tag, heute kommt er ununterbrochen. Früher röchelte sich das Modem langsam ins Internet. Heute durchleben wir schwerste Lebensstörungen, wenn die 4 apokalyptischen Reiter unserer Zeit: kein Netz, kein Empfang, kein Akku, kein Download, einmal bei uns vorbeireiten. Immer neue Verbindungsformen öffnen sich, die den Tagesablauf, zunehmend porös machen, osmotisch, alles wird durchlässiger, eine unendliche Zahl von Ablenkungen tut sich auf und die Arbeit plätschert über Dienstschluss hinaus ins Private und umgekehrt. Emails, Instant Messenger, Social Media,im Lala-Land des WWW, des weltweiten Weihnachtsmarktes, Black Friday, Cyber Monday, private Insolvenz am Dienstag, wer nicht abbrennt oder ausbrennt, ist immer da, immer mit Vollgas auf der Datenautobahn mit unbekannten Ziel in dieser vergänglichen Ewigkeit des Immer. Und nun kommt wieder dieser Advent und bald Mr. X-man um die Ecke und lädt uns ein, innezuhalten, nachzudenken, den Staub von der Seele zu bürsten. Aber mal Hand aufs glühweinwarme Herz: haben wir heute schon gelacht? Den Anderen wahrgenommen? Unser Leben auf Seelenfrieden abgehört? Mensch, halt an, schau hin, hör zu – was ist! Schweigendes Innehalten – geht das in unserem multimedialen Klangsirup überhaupt noch? Stille hat keine Lobby, kann nicht schreien, trotz aller Lärmkosmetik ist es erst still, wenn wir unseren eigenen Atem hören können. Als Einladung zum Nachfühlen, Wirkenlassen, Vertiefen, Zusichkommen, Auskosten Raumgeben. Stille. ein Zwischenraum, ein Bewusstseinswandler, um neu die Stimme zu hören, die uns ins Leben ruft. Gottes Stimme, die uns einlädt zu Größerem, Höheren, Tieferen. Ich lade uns ein, sich darauf einzulassen, fallenzulassen, vertrauen, und zu antworten, zu danken, zu bitten, zu klagen, zu loben, zu beten, anzubeten, sich in Gott und seiner Vision von Leben der Qualität ewig zu verorten, einen Gebetsanker setzen, denn es ist erwiesen: Gebete wirken, selbst über Entfernungen hinweg verändern sie biologische Prozesse und jedes Mal, wenn ich persönlich bete, bekomme ich einen Mutanfall. Verbinden wir uns also nicht mit vergänglichen Datenströmen, die uns ruhelos und unstet weitehetzen lassen,nach dem Großen und Außerordentlichen, pardon, nach dem noch Größeren und noch viel mehr Außerordentlichen, falsch, nach dem fundamentalgalaktischen,übelstkonkret, bongforzionös totalhammerkrassem Größten mit Gänsehautentzündung oder so, sondern verbinden wir uns mit dem Leben, wie Gott es uns in der Geburt eines Kindes im Unscheinbaren, im Kleinen, in seinem Sohn Jesus Christus verheißen hat: Leben in Fülle.

Liebe kommt auf Erden.
Es wäre gelogen, würde ich sagen,
nichts wird sich verändern.
Ich kann unmöglich glauben,
dass Liebe fehlt.
Es ist doch ganz klar,
dass ich mit anderen Augen sehen kann,
dass etwas Größeres in meine Welt hineinscheint.
Ich weigere mich zu glauben,
dass die Zeit rast.
Es ist doch so,
dass ich mich ausrichten kann auf das, was kommt,
dass ich den Weg nach innen finden kann,
dass ich in diesen Wochen zur Ruhe kommen kann.
Ich glaube nicht,
dass der Advent nur laut und schrill ist.
Nein, die Wahrheit ist,
Advent heißt Stille.

Stefan Harrer

Auf ein Wort: Advent #2

Neulich abends vorm Fernsehen

Neulich abends vorm Fernsehen, da, wo einem soviel Gutes wird beschert. Mal eben für einen OBI-Moment gemütlich hingesetzt. Platzda. Genuss muss keine Sünde sein. Man gönnt sich ja sonst nichts. Meica macht das Würstchen. Heute schon geploppt? Na, dann mal ran für das Beste im Mann, also in heller Vorfreude… und dann das – Werbepause: „Setzen Sie Ihrem Leben die Krone auf. Mach dein Ding! Sie haben sich‘s verdient. Hier kommt der Genuss. Sahne bis zum letzten Löffel. It’s cool man. Lasse rein bäng! Don’t call it Schnitzel! Es ist der Käse, der aus der Reihe tanzt. Schmutz geht, Glanz entsteht. Sicherheit, die man sieht und spürt. Wecke den Tiger in dir. Wünsche werden wüstenrot. Da lacht das Leben! Alles super! Das ist alles, was ein gutes Bier braucht. Der Duft, der Frauen provoziert. Just do it! Nogger dir einen! So herrlich joghurtleicht. Mix it, baby. Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer. Entdecke die Möglichkeiten. Nichts ist unmöglich. Es ist in dir – lass es raus!“ 

Das menschliche Glück ist von sinnlicher Art. Dieses Geheimnis wissen scheinbar auch die Werbemacher und rufen uns zu: Gönn dir was, am besten bunte Limonaden und universallängste, schokoschmackige Knusperriegel für deine Zeit der Zärtlichkeit. Nutzen unsere Sehnsucht aus, die dahinter steht, berührt zu werden, um geistig und seelisch nicht zu verkümmern. Diese alte Weisheit gerät immer wieder in Vergessenheit bei all unserem Joggen und unserer Fitness, Rennen und Stemmen, Keuchen, Schwitzen und anderer freiwilliger Selbstpeinigung. Gerät in Vergessenheit, wenn wir 542 mal am Tag auf unser Handydisplay starren, weil der Umgang mit unserem Smartphone nicht mehr unserem freien Willen unterliegt, wie z.B. neulich eine BMW Fahrerin gestoppt wurde, die das Lenkrad mit den Beinen steuerte, weil sie in beiden Händen ihr Smartphone hielt… Gestehen wir uns doch ein, wir suchen überall, sind süchtig und brauchen etwas, das uns berührt. Und tief in uns wissen wir, das können wir nicht googeln, kaufen oder zwingen, sondern es muss uns geschenkt werden: Schutz schenkend, behutsam, sorgfältig, helfend, eine Handreichung von Seele zu Seele, ein Brückenschlag von Herz zu Herz. Wenn wir Schmerz erfahren, wissen wir doch auch intuitiv, dass Berührung Schmerz lindert. Advent ist eine Zeit des Spürsinns. Gott will uns berühren. Und dazu wählt er den Herzensweg: als ein Kind einer obdachlosen Familie, geboren in einem Stall, in einer Futterkrippe auf Stroh, schwach, abhängig, hilflos, wehrlos, es braucht vielmehr unsere Zuwendung – rund um die Uhr. Gottes Wege sind eben anders: er würfelt nicht am grünen Tisch über unser Schicksal, sondern macht sich auf, um nachzuschauen, wieso unsere Zuwendung zu ihm ausbleibt – Gott wird Mensch, dass wir Menschen aufhören, wie Gott sein zu wollen. Er sendet uns einen Lichtstrahl seiner Liebe. Damit wir nicht weiter die Dunkelheit anklagen wird Gott Mensch und zeigt mir wie ich wahrhaft wieder Mensch werden kann. So groß kann klein sein. Das sind wir ihm wert! Dafür bezahlt er mit seinem guten Namen. 

Ach ja, neulich vorm Fernseher, am Ende der Werbepause: Der Tag geht, Johnnie Walker kommt. Der Advent geht, Jesus Christus kommt – kommt an. Die Kraft des Guten, ohne Schokolade, der Horizonte öffnet, Flügel verleiht, trotz all unserem Käse aus Holland: denn sind wir nicht alle ein bisschen Blup & Bluna? Er kommt – kraftvoll, kompatibel, menschlich. Aus Liebe zum Leben, um Momenten Seele zu geben. Ich glaub hier bin ich richtig. Come in find out. Einmal hin, alles drin, Eine Allianz fürs Leben! Da werden sie geholfen, da weiß man, was man hat. Guten Abend, bzw. guten Advent!

Stefan Harrer

Auf ein Wort: Advent #1

Neulich morgens im Bad

Neulich in meinem Bad, morgens. Wer bin ich, wenn ja, wie viele, wo bin ich und warum so früh? Mein Bett und ich spielen jeden Morgen Stein-Schere-Papier. Wer verliert steht auf. Langsam glaube ich, dass mein Bett schummelt. Morgens ist einfach nicht mein Tag und eines muss man ja der Müdigkeit lassen: Kondition hat sie! So müde wie heute war ich seit gestern Morgen nicht mehr. Manchmal meine ich, ich habe einen Gähndefekt. Veni,vidi, oblitussum – Ich kam, sah und vergaß, was ich vor hatte. Ach ja. Ein Blick in den Spiegel – wow, perfekt! Oh, Licht war noch aus, Moment… OK, ich kenn dich nicht, rasiere dich aber trotzdem. Und welche übrige Behandlung? Restaurieren, Denkmalschutz oder doch lieber Fotoalbum anschauen? Vielleicht dann eher duschen, da ist mein Spiegel immer sehr rücksichtsvoll und beschlägt, wenn ich aus der Dusche komme. Also, zerknitterter Waschbär da gegenüber mit einer Frisur, als hättest du ein Jahr mit einem Rudel Wölfe gehaust, ich sehe bei dir noch viele Entfaltungsmöglichkeiten und würde an deiner Stelle heute mal wieder eher auf innere Werte setzen. Ob man bei spät ins Bett Gehen und früh Aufstehen sich irgendwann selbst im Bad trifft? Oh, Mann. Beim Pulli anziehen wäre ich gerade fast wieder eingeschlafen, weil es kurz dunkel war…

„Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern! So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.“ Als der Schriftsteller und Journalist Jochen Klepper 1938 diese Zeilen schrieb, hatte er manch dunkle Nacht hinter sich. Als die Nazis 1933 die Macht ergriffen, wurde er vom Rundfunk entlassen. Der Grund war seine Ehe mit Johanna Stein, einer Jüdin. 1937 erhält er Berufsverbot, was Arbeitslosigkeit gleich kam. Nach der Reichskristallnacht mussten seine Frau und seine Töchter jederzeit mit der Deportation in ein Konzentrationslager rechnen. Die Maschen des nationalsozialistischen Netzes von Terror und Gewalt zogen sich immer mehr zusammen – wie in dunkler Nacht. Auch 2019 erscheint die Welt dunkel und finster. Wirtschaftskrisen, Umweltzerstörung, Skandale, Gewalt, Terror, Kriege… Noch immer hören wir so manche Stiefel „mit Gedröhn“ dahergehen und sehen Mäntel, die in Blut geschleift werden. Wie sehen unsere persönlichen Bedrängnisse dieser Tage aus? Die Krankheit, die uns all Kraft raubt,? Die roten Zahlen auf dem Konto? Alkohol? Lange Nächste in den falschen Armen? Oder in gar keinen? So oft unser Netz der Sehnsucht ausgeworfen, doch kein Lebensfisch gefangen? Die Trauer um einen lieben Menschen? Lange Tage im falschen Job? Und immer wieder Sorgendunkelheit, Problemnacht… So große Sehnsucht, so wenig Licht und keiner, der mich hört, kein Ohr, kein Herz, keine Hand. Keiner?

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande,scheint es hell.“ (Jesaja 9,1) Hören wir die Botschaft dieser Tage Gott ist nah und Gott ist da. Wie wäre es, dieser adventlichen Tage einen ganz anderen Akzent zu setzen? Gerade an diesem morgendlichen Moment, der wie kein anderer die Ewigkeit berührt, um von einer ganz anderen Position zu starten, bevor der Lauf des Tages mit all seinen Problemen uns aufgedrückt wird? Begrüßen wir jeden Tag wie den wundervollen ersten Tag eines ganz neuen Lebens, auf den ich alle meine Hoffnung unverbrüchlich setzen kann, wo mir alle Möglichkeiten offen stehen, lebendige Beziehungen zu Gott und den Menschen zu gestalten. Angst und Klage verstummen, denn ich bin aufgehoben, Gott kommt mir nahe – unter allen Umständen, durch alle Zeiten. Und das macht jeden Tag hell und licht. 

Ach ja, neulich im Bad: hab in den Spiegel gelächelt – und ein Lächeln kam zurück…

Stefan Harrer

Gottesdienst am Reformationstag

Am gestrigen Reformationstag konnten wir einen sehr ansprechenden Gottesdienst in der Stadtkirche Esslingen mit unserer Musik verfeinern.

Schön war’s.

Auf ein Wort: Sing!

Hören Sie Stimmen? Dann sind Sie vielleicht schon dem Pfad des Glücks gefolgt und singen in einem Chor. Forscher bestätigen immer wieder den positiven Einfluss des Chorsingens auf unseren Körper. Koordinatives Vokalyoga quasi, für Muskeln, Nerven, für ruhige Atmung und Soulfood to go, wenn die Herzen der Sänger*innen nicht nur für die Musik, sondern auch im gleichen Takt schlagen. Ein Feierabend ebenen Gemüts, wenn alle Energie ins Singen fließt und man alles um sich herum vergisst, mit Begeisterung dabei ist, in Probe und im Apres-Chor. Um seinen Schlendrian durch regelmäßige Probenteilnahme und in Tonexerzitien im Zusammenspiel der Stimmen zu disziplinieren. Ein Ereignis per se, bei dem Freundschaften geknüpft werden und man zusammen etwas Neues in einer Spass- und Lerngemeinschaft in verbindender Leidenschaft für Musik erfahren kann. Und immer wieder ein serotonines Glückstonikum: Musik berührt und lässt unseren Alltag in den Hintergrund treten. Sollten Sie also bis dato heimlich nur unter der Dusche zur Erquickung von Familie und Nachbarn oder dreistimmig im Auto gesungen haben (laut, mit Begeisterung und I did it my way), wäre es vielleicht Zeit für eine neue musikalische Erfahrung, wie es bereits mindestens 14 Millionen musizierende und sangesaktive Menschen in Deutschland tun. Dazu waren im Jahr 2018 bundesweit insgesamt rund 15.000 Chöre im Deutschen Chorverband organisiert. Sie meinen, Sie können nicht singen? Wie sagt dazu der Volksmund: wenn du gehen kannst, kannst du tanzen, wenn du sprechen kannst, kannst du singen, also singe, so lernst du singen. Verpassen Sie nicht, diese einmalige Gelegenheit, Gott zu begegnen, denn die Berührung zwischen Gott und der Seele ist Musik. Gott liebt uns besonders, wenn wir singen. Erheben wir also unsere Stimme und danken und loben den Geber dieser uns anvertrauten, einmaligen Gabe Musik. Eine Gabe, die wir in allen Lebenslagen anwenden können und sollen: in Zeiten der Dankbarkeit und Freude, aber auch in Stunden der Dunkelheit: ein kleines Lied kann viel Dunkel erhellen, den Kummerstaub von Ihrer Seele pusten: singing brings you beyond

-Stefan Harrer-

Photo by Kyle Smith on Unsplash

Auf ein Wort: God is my Rock

„Schaffa, schaffa, Häusle baue…“. Wer in unseren Lebensbreiten wohnt, kann sich diesem indigenen Mantra nicht entziehen. Doch will für diese Investition unseres Lebens einiges bedacht sein. Finanzierung, Unterlagen, Sanierungsbedarf, Bezahlungsmodalitäten. So sollte man auch bei einer Besichtigung mit den richtigen Fragen ruhig mit der Tür ins Haus fallen. Zum Beispiel: Ist das Haus datensicher? Gut, zur Not kann man noch Briefkasten, Klingel und Hausnummer abschrauben. Ist das Umfeld für Mann und Kinder interessant? Denn ist der Mann erst aus dem Haus, sieht der Tag schon besser aus und Putzen, wenn alle Kinder im Haus,sind, ist wie Zähneputzen mit einem Nutellabrot im Mund. Zudem  erfreuen sich Frauen auch hin und wieder emotionaler Räume wie einem Weinkeller. Ist das Haus zu nah am Waser gebaut? Jeder Fischer weiß, dass ein Haus, zu nah am Wasser gebaut, oft ein Leben zwischen Tür und Angel bedeutet. Ist das Haus hellhörig? Hinter Hansens Hirtenhaus hab ich hundert Hasen husten hören. Und noch so ein schwäbisches Sinnwort: „D’Häuser schderbed net, aber d’Leit“. Gott bietet uns seine Hilfe für die Baustelle unseres Lebens an und lädt uns ein, auf ihn als ein starkes Betonfundament, zu bauen. Als Schöpfer von Himmel und Erde inklusive uns. Keine schlechte Option, finde ich,  den Architekten des Universums in sein Leben mit einzubinden, um sich nicht um Haus und Hof zu bringen. Natürlich können wir aber ohne Fundament bauen, direkt auf die Erde unseres eigenen Könnens. Aber was, wenn die eigene Stärke einmal nicht mehr da ist, wenn ich mich selbst nicht mehr(er-) tragen kann? Wenn Lebensstürme an unserem Haus rütteln, finden wir Trost und Halt in Gott. Unser Lebenshaus wird auf Gottes Fundament für uns wie ein fest verwurzelter Baum an einer lebendigen Quelle. God is my rock – mein Fels, aber auch  meine Musik, mein Lebensgefühl, mein Herzschlag, der mich berührt, bewegt, bewahrt. Nehmen wir das gerne als Lebenshaushaltshilfe: Stein und Mörtel bauen das Haus, Geist und Liebe schmücken‘s aus, gebaut auf Gottes festen Stein, was mag das ein Singen sein?

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Souvenirs, Souvenirs

„Souvenirs, Souvenirs, kauft ihr, Leute, kauft sie ein. Denn sie sollen wie das Salz in der Lebenssuppe sein…“. 1959 sang Bill Ramsay diese perfiden Zeilen mit freundlicher Empfehlung der Reiseindustrie, die bis heute noch in uns nachklingen. Eulen aus Athen, Ethno-Schmuck aus Afrika, Püppchen aus Peru: unzählige Souvenirs stapeln sich in unseren Wohnungen und verstauben im Regal als Messie-Fetische. Mitbringsel aus schlechtem Gewissen, bei Geschäftsreisen hektisch am Flughafen gekauft, um der daheimgebliebenen Familie zu versichern: auch wenn ich euch ständig verlasse, bin ich in Gedanken immer bei euch. Oder Gutmenschen-Geschenke, aus Mitleid mit Straßenverkäufern gekauft, aus dem naiven Wunsch heraus, die Wirtschaft in Entwicklungsländern anzukurbeln. Konservier-Souvenirs, dem schmerzlichen Bewusstsein entsprungen, das vergängliche Glück mit unsäglichstem Kitsch als romantisches Urlaubsgefühl zu erhalten. Kalkül-Käufe, gern als Sammelbestellung zwecks günstigeren Preis im Vergleich zu Deutschland. Und all die Spontan-Souvenirs, in einem Zustand umnachteter Urlaubslaune grundlos gekauft oder einfach aufgesammelt, Schuhe, Muscheln oder Steine und Grund Nr. 1, warum Koffer am Ende einer Reise nicht mehr zugehen. Das Wort „Souvenir“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „sich erinnern“ und nicht „sich unnützen Kram aufladen“. Denn die schönsten Andenken sind ohnehin nicht fassbar: unsere Erinnerungen als Bilder in Herz und Sinn für den Winter des Lebens. Dennoch könnten wir unseren diesjährigen Fernwehblues dazu nutzen, um uns an 2 Dinge zu erinnern. Erstens: unsere Geschichte namens Leben: keiner von uns kommt da lebend raus und mitnehmen ist nicht. Deswegen sollten wir es nicht wie ein Andenken behandeln, sondern leckeres Essen essen, in der Sonne spazieren, ins Meer springen, im Regen tanzen, mit dem Wind um die Wette laufen, die Wahrheit sagen und unser Herz auf der Zunge tragen, wenn wir fröhlich sind, unserem Gesicht Bescheid geben, albern sein, freundlich und komisch. Für nichts anderes ist jetzt Lebenszeit. Und zweitens: Gott erinnert sich jede Sekunde an uns  und gerade in diesem Augenblick, Wir sind von ihm geliebt, bedingungslos und grenzenlos, vorbehaltlos und maßlos. Und solch Liebe will erwidert werden. Er ist über alle Maßen gut zu uns, egal was die anderen denken, und solch Güte will weitegeschenkt werden. „Souvenirs Souvenirs einer großen Zeit, sind die bunten Träume unsrer Einsamkeit.“ Ich wünsche uns allen die bunten Träume einer persönlich großen Zeit – mit Gott. Schönen Urlaub!

 Songwriter: Cy Coben, Songtext von Souvenirs © BMG Rights Management

Foto: Valentimka on Pixabay

-Stefan Harrer-

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