Willkommen

Sieben Musiker und Sängerinnen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden und Kirchen in Esslingen und Umgebung bereichern Ihre Gemeindeveranstaltung mit populärer christlicher Musik. Auf dieser Internetseite erfahren Sie alles Wissenswerte.

Auf ein Wort: #Neulich…locking down & locking up

So, langsam werde ich auf meine Mülltonne neidisch. Gefühlt war sie zuletzt deutlich länger draußen als ich. Wenn schon Lockdown, dann wäre doch ein kollektiver Winterschlaf eine Verschärfung mit der wir alle leben könnten, oder? Stattdessen hat gerade mein Kühlschrank wieder abschätzig mit den Augen gerollt und gegrummelt: Du schon wieder? Zu Beginn des Lockdowns hatte ich mir vorgenommen, dass jeder Gang in die Küche mich 10 Liegestütze kostet. Tja, jetzt steht der Kühlschrank im Wohnzimmer. Dazu habe ich heute schon dreimal geschlafen und sechsmal gegessen und es ist immer noch heute. Dafür bin ich froh, den Lockdown mit meinen 5 Freunden verbringen zu können: Herdbert, Kühlfrank, Mirkowelle, Müllreiner und Toasten. Ein Panda isst ja auch durchschnittlich 12 Stunden am Tag. Wahrscheinlich heißt es deswegen Pandemie. Und wenn jemand wissen will, wie lange ich schon in Lockdown und Homeoffice bin? 6 Kilo. Da liegt 2021 nun vor uns und wir sind gespannt, wie dieser Film laufen wird. 2020 hatte ja den Untertitel: „Rotwein im Müsli schmeckt gar nicht mal so schlecht“. Die 5 Euro für den Jahresplaner 2020 waren ja auch eine Fehlinvestition. Was haben wir uns also für 2021 vorgenommen? Z.B. die Welt retten (geht ja gerade recht einfach indem wir Zuhause vor dem Fernseher sitzen). Oder Menschen in Not helfen, z.B. als ehrenamtlicher Pizzabote. Oder mehr Wonne und Frohsinn. So ein ansteckendes Lachen wäre echt mal wieder Top. Oder einfach nur Ruhe bewahren. Ich habe das Thema vorhin mit meiner Mikrowelle und dem Toaster besprochen. Wir sind uns einig, dass wir nicht mehr mit der Waschmaschine reden. Die verdreht immer alles. Egal was wir uns im 2. Corona-Jahr vorgenommen haben: bleiben wir realistisch, flexibel, rechnen wir mit Umwegen, helfen wir einander oder hören wir einfach nur mal zu: auf unseren Körper, unsere Instinkte unseren Verstand, unsere Träume. Oder auf Gott: statt all die Probleme in Eigenregie zu lösen, fragen wir Gott, was wir tun sollen. Mit einem Gebet kann unser Leben wieder eine ganz neue Belebung erfahren, denn Gott redet heute immer noch. Wir müssen keinen Tag unseres Lebens mehr verunsichert sein oder uns alleine fühlen. Gott möchte uns Zuversicht und Kraft schenken. Und er wird antworten, weil er mit uns reden möchte aus seinem Wunsch heraus nach einer tiefen Beziehung mit uns: „Wende dich an mich und ich werde dir antworten! Ich werde dir große Dinge zeigen, von denen du nichts weißt und auch nichts wissen kannst.“ Also bleiben wir also 2021 trotz Lockdown in Verbindung mit uns, mit anderen und Gott. Gute Kommunikation beginnt bei mir zu Hause: „heute besuche ich mich…mal sehen ob ich zuhause bin” (Karl Valentin)…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Meine himmlische Cafeteria

Wow. Ich bin begeistert. Ich komme aus einer Zeit, da konnte man in einem Cafe nur eine Tasse Kaffee bestellen, auf der Terrasse gar nur Kännchen. Und hier kann ich u.a. wählen zwischen einem Espresso Marocchino im Henkelgläschen, Caffè Shakerato mit Amaretto-Aroma oder einem Frappuccino mit einem extra Schlag Schlagsahne. Solch Auswahl würden wir auch gerne für unser Leben wollen, stimmt‘s? Einen Vergnügungsmokka mit einer Extraportion Luxus ohne Nebenwirkungen. Einen Glücks-Latte-Macchiato mit einem Keks Liebe und als Topping einen Altersruhesitz auf Mallorca, bitte. Das Leben liefert allerdings oft anders und uns beschleicht manchmal das Gefühl, der Mann hinter der himmlischen Cafetheke hat unsere Bestellung nicht richtig verstanden. Statt eines beschaulichen Familienglücks liefert er für ein junges Paar ein Flüchtlingsdrama in Zeiten eines allgemeinen Beherbergungslockdowns mit einem Stall als Zuhause für ihre Zukunft. Statt Anerkennung für einen Knochenjob als Hirte nur Verachtung, Geringschätzung, Naserümpfen. Statt Instant-Rettung ein lebenslanges Warten. Statt wissenschaftlicher Erkenntnis eine beschwerliche Sternfahrt zu einem Neugeborenen. Und bei uns? Statt eines schönen Lebensabends Frührente mit Eheproblemen, Krankheit und Geldentwertung? Statt Uni-Abschluss und danach Familienglück hier schon mal die Kinder vorab und eine Extraportion Stress? Und wer bitte hat dieses Corona-Gebräu bestellt? Empört blicke ich auf – in die unendlich liebevolle Tiefe der Augen des Kaffeehausbesitzers hinterm Tresen und finde dort – Frieden. Es ist so als wolle er mir sagen: ich habe dich im Blick, für immer schon, ich kenne deinen Ein- und Ausgang, all deine dunklen Tage, an denen Kaffee das Einzige war, was lief. Nichts geht an mir vorbei, ohne dass ich es weiß. Mach dich locker, denn das Leben ist lebendig, das Leben ist Veränderung. Und wenn du mich lässt, will ich dich verändern, um durch dich die Welt zu verändern. Ich habe aus Fischern Anführer gemacht, aus Hirten Könige, Gelehrte zu wahren Sehenden. Sollte ich nicht um eine erfüllende Lebensaufgabe für dich wissen? Während du meinst, ich schlafe vielleicht oder sei taub, bin ich am Werk, die richtigen Türen für dich zu öffnen und zu schließen, spätestens immer rechtzeitig. Könnte es sein, dass deine Wunschliste viel weniger Lebensglück bedeutet, als du dir erhofft hast? Vertraue mir. Bleibe bei mir. Hier bist du sicher und geborgen. Anders als in den zugigen Korridoren des Lebens oder in der Kälte des Seins… Ruhig lehne ich mich zurück. Ich bin gespannt was morgen sich hinter dem nächsten Adventskalendertürchen meines Lebens auftun wird. Und mein Cappuccino, a divine hug in a mug, schmeckt heute schon himmlisch…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Geschenkt!

Schade. Dieses Jahr wird es wohl nichts mit dem besinnlichen Bummel durch friedsame Einkaufspassagen und schneeverträumten Weihnachtsmärkten auf der Suche nach den alljährlichen „wir-schenken-uns-nichts-Geschenken“. Dabei macht Schenken doch Freude und am meisten am Glühweinstand beim Ein- und Nachschenken. Weihnachtsgeschenke haben von jeher dieses prickelnde Etwas, übermittelten sie doch immer eine Botschaft – es fragt sich bloß welche. Bekomme ich ein Fitnessarmband von meiner Frau, will das heißen, du bist ganz schön dick geworden? Bekommt die 18-Jährige Melanie ein Landfrauenkochbuch von Oma, will das heißen, wer will denn immer nur Salat und veganes Zeugs essen? Das Mädchen muss Kochen lernen, bevor es auszieht! Oder bekommt Opa Heinz einen selbstgebastelten Stern vom 8-jährigen Enkel Tim geschenkt, heißt das quasi meine Lehrerin (die übrigens fürs filigrane Finish gesorgt hat) meint, Oldies freut das. Kein Wunder, wenn Opa Heinz dieses Jahr selbstgemalte Bilder seinen Enkeln schenkt, damit die mal sehen wie das ist. O du selige, gezwungen-selbstlose Tauschdarbietung von Vergißmeinnichtsen anerkennenden Gebens und dankbaren Nehmens aus Sympathie, Prestige oder Macht und nicht immer gratis. Egal. Wenn nicht ihm fri-fra-fröhlichen Weihnachtsbummel, dann kaufen wir halt das Internet leer. Denn hier gibt es noch viel krassere Geschenke: ein Holy Toast Brotstempel, eine lebensgroße Spiderkuh, Männerseife Mud Rub, original Tiroler Bergluft in der Zirbendose, ein Wurstseminar inklusive Salamikabeltrommel, ein Kaffeebecher mit Aufdruck „wish you were beer“, ein „Mach-ich-Morgen“-Stempel, Notfallgehirn aus Schokolade, ein Voodoo Messerblock, eine aufblasbare Krone „Königin für einen Tag“, einen Traummann zum Kneten… Ich denke, spätestens jetzt habe wir begriffen, dass die wichtigsten Dinge im Leben nicht Ergebnis eigenen Bemühens, sondern Geschenk sind und dass das, was wir wirklich besitzen, uns geschenkt wurde. Schenken ist ein verklingender Nachhall aus dem Paradies, wo alles Schenken war. Deswegen hat Gott uns neu erklärt, wie Schenken geht: aus Liebe, ohne Bedingungen. Er schenkte uns sein Bestes, sein Liebstes, seinen Sohn, und damit das ewige Leben – Bilder seiner Güte für uns. Nicht etwas, sondern er schenkt sich selbst ganz, denn ein Geschenk, in das wir nicht unser Herz investieren, wäre kein wirkliches Geschenk. Weil wir ihn brauchen. Weil seine Menschen nicht allein sein sollen mit ihren Fragen, ihren Fiaskos und ihrer Sehnsucht nach Leben. Damit wir spüren, dass wir wertvoll, geliebt und beschenkt sind und damit uns so einfällt: das könnte ich auch an andere weitergeben! Machen wir mit, gerade in sozial-distanzierten Zeit globaler Vervirtheit und verschenken wir, was wir sind, um zu entdecken: ein wenig Duft bleibt immer an den Händen derer, die Rosen schenken…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn sich alle Menschen der Erde zueinander stellten, hochsprängen und wieder im selben Moment auf dem Boden aufkämen? Was wäre, wenn wir unendlich weinen müssten, würden wir davon austrocknen? Was wäre, wenn mein Drucker Geld drucken könnte, würde das die Welt verändern? Wenn ich ein Steak aus 250km Höhe abwürfe, würde es gebraten auf der Erde ankommen? Wenn 2 Personen von entgegengesetzten Polen auf einer menschenleeren Erde losliefen, würden sie sich begegnen? Wenn man sich sein ganzes Leben lang alle Küsse aufsparen würde und die ganze Saugkraft in nur in einen Kuss legen würde, wie stark wäre er dann? Wenn plötzlich die Sonne erlösche? Was wäre, wenn… Wir kennen diese Fragen. Unser Leben ist von ihnen durchwirkt. Hypothetische Fragen oder auch ganz reale gerade dieser Tage, nach den letzten Dingen, nach Wahrheit, nach Hoffnung, nach Glauben. Diese Fragen haben für mich jeweils mit einem Kind zu tun. Mit dem Wunder der Geburt meiner Kinder, plötzlich in der Gegenwart einer neuen Seele zu sein, und dieser springflutartige Liebe beim Betrachten dieses winzigen Menschleins in wunderbarer Ganzheit, das es vorher nicht gegeben hat. Oder mit dem Kind, das ein Ehepaar einst hatte und das in deren Swimming Pool ertrank, weil die Mutter ans Telefon ging und der Gitterverschluss des Laufstalls nicht richtig eingerastet war. Das ist unsere Welt und wir kennen nicht alle richtigen Antworten Die gute, greise, etwas gestörte Mutter Natur raunt uns ständig widersprüchliche Botschaften zu und wir müssen damit leben. Wir sind mit dem Sprungbrett Geburt ins Leben abgesprungen und können unsere Landung nicht verschieben. Was wäre, wenn… Diese Frage hat für mich noch mit einem dritten Kind zu tun, diesem himmlischen Kind Jesus, dessen Ankunft wir dieser Tage adventsweise feiern, das alle Herrlichkeit und Macht losgelassen hat, um in einem kleinen Stall als Kind unbedeutender, ärmlicher Eltern zur Welt zu kommen, in einer Handwerkerfamilie aufzuwachsen und später als wohnsitzloser Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. Ein Mensch wie wir, um unseretwillen sein Leben loszulassen. Das Flugzeug unseres Lebens wird nicht ewig fliegen und wir alle sitzen drin. Jeder muss springen und erst nach dem Sprung, wird sich weisen, ob wir den richtigen Fallschirm gewählt haben in diesem, unserem Leben, in dem Babys behütet aufwachsen, in dem aber auch Herzen stehen bleiben und Füße ausgleiten. Wo wir uns fragen, wo unser Weg liegt und wo er hinführt. Was wäre, wenn wir uns entschlössen, diesem göttlichen Kind zu vertrauen und seinen Pfaden zu folgen, anstatt gemeinsam hochzuspringen, ein Steak abzuwerfen, Geld zu drucken oder all unser Küsse zu sparen, um die Welt zu bewegen? Wenn Gott nicht existiert, dann ist unser Verlust, dass wir nach Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit gestrebt haben. Aber wenn Gott doch existiert und wir beschließen, ihm nicht zu folgen, dann verlieren wir alles. Wir können nicht das Dunkel durch Dunkelheit vertreiben. Aber es gibt eine kreative Himmelskraft, ein Licht, wenn alle anderen erlöschen, dass unser dunkles Gestern in ein helles Morgen verwandeln kann, um unsere Tränen zu trocknen, um unserer Einsamkeit zu begegnen, uns zu finden. Dort, in jenem Stall, in jener Krippe, seit jener Nacht leuchtet es auf. Was wäre, wenn… wir uns dorthin aufmachten? 

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich…am Ende

2020 – dieses Jahr kann man mit drei Worten beschreiben: bitte nicht nochmal. Es fühlt sich irgendwie falsch an, wie ein Computerprogramm, das nicht rund läuft und das man gerne deinstallieren würde, weil es einen Virus hat. So ist wohl dieser Tage keiner auf einen Jahresrückblick erpicht, sondern wir alle sind auf den Ausblick gespannt: was ist, wenn 2021 mit COVID 19 S PRO um die Ecke kommt? Haltet die Welt an, ich will aussteigen! Oder aber im Nachhinein werden wir uns lachend in den Armen liegen über diese verrücktesten 5 Jahre unseres Lebens, in dem sich Paare über die Corona App kennengelernt haben, Corona-Maria und Viruslav die beliebtesten Kindernamen wurden und Hände waschen nun zu unserer neuen Kernkompetenz gehört. Ich möchte Corona jetzt nicht verballhornen, durchleide ich doch auch betroffen diese Krise. Aber vielleicht haben wir im Beipackzettel des Lebens das Kleingedruckte überlesen oder vergessen: endet garantiert tödlich und kann Spuren von Müssen, Blut, Schweiß und Tränen enthalten. Vielleicht müsste schon in jedem Kreissaal bei jeder Geburt ein Advokat stehen und uns zurufen: „Herzlich willkommen in der Welt jenseits der Nabelschnur. Dieses Leben kann in vereinzelten Fällen zum Kontakt mit tödlichen Viren, Einsamkeit, Hungersnot, Abschlussprüfungen oder Herzerkrankungen führen und wird nicht empfohlen für Personen, die diesen Planeten nicht mit Tyrannen, Verkehrsrowdys und antagonistischen Mitmenschen teilen oder Fastfood überleben können.“

Leben, ein gefährliches Unterfangen im Schatten bedrohlicher Realitäten. Am besten man nimmt sich gleich selber einen Anwalt. Der beste Anwalt des Lebens, den ich kenne, heißt Jesus Christus. Zu den Dingen dieser Tage spricht er: „seht zu und erschreckt nicht! Passt auf, keine Panik! Haltet treu durch!“ Die Titanic sank unter anderem, weil deren Erbauer billige Nieten verwendet hatten, kein ausreichend qualitativ hochwertiges Material, um die Stahlplatten zusammenzuhalten und eisbergkollisionstauglich zu machen. Was hält unser Leben zusammen? Unsere Welt liegt in Geburtswehen. Tief im Herzen spüren wir, dass es nicht so weiter gehen kann und eine neue Welt kommen muss. Gott hat all die Schmerzen dieser Welt diagnostiziert und ein Buch über ihre Behandlung geschrieben. Wir können ihm vertrauen, dass am Ende alles gut wird, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende…

-Stefan Harrer-

ER KOMMT….! Trotz allem!

Ja,
da steht sie wieder vor der Tür, die schönste Zeit des Jahres, so heimelig-friedlich, mit allerlei Leckerei fürs Feinkostgewölbe. Mit Glitzer, mit I-feel-betta-with-Lametta und mit all den schönen Liedern: o du knabenbringende Weihnachtszeit, Holger, Knabe im lockigen Haar, Christ der Ritter ist da. O Tannenbaum, wie grinsen deine Blätter, schallt es durch die Lüfte grober Schal. Hallojulia, still schweigt Kummer und Darm – wirklich?

Auch in diesem Corona vervirten Jahr wollten wir zusammen mit den Special Guests Steffi und Tobi Neumann zum 11. mal ein Adventskonzert der besonderen Art anbieten.

Aber ach! Wie so vieles in diesem Jahr fällt auch dieses der Pandemie zum Opfer. Es kann nicht stattfinden.

Allen, die uns gerne gehört und gesehen hätten, bieten wir daher unsere beiden CDs „Weites Land“ und „Er kommt an“ mit 17 bzw. 15 Liedern zum einmaligen Corona-Weihnachts-Sonderpreis von je 5 EUR plus Versand an. Bestellen können Sie diese unter www.vaeterband.de/kontakt.

Genießen Sie inspirierende Lieder, die nicht schweigen können von der Liebe Gottes, von der uns nichts scheiden kann, weder ein Virus, noch soziale Distanz, weder drohende Insolvenz, noch Maskenball, weder fehlendes Klopapier noch Fakenews. Als Zeichen dafür wird Gott ein Kind: er kommt an – nur für uns.

 

Auf ein Wort: #Neulich…nachts

Die Nacht ist Mutter allen Grübelns. Da lag ich also wieder – wach, in Unrast, mit Sorgen wie riesenhafte Schattenchimären, die meinen Verstand spalten, mein Herz in Ketten legen, meine Lebensenergie aufsaugen, meine Aufmerksamkeit vom Jetzt ins Damals oder Irgendwann ableiten, meinen Mut gefrieren lassen und in einer Endlosschleife das Lied spielen: „Was wäre wenn?“ Dabei ist Hilfe nahe: Dankbarkeit – das achtsame Wahrnehmen des Guten in unserem Leben, ein Schlüssel zu Glückseligkeit und Frieden. Denn es ist ein Naturgesetz, dass Sorge sich weigert, unser Herz mit der Dankbarkeit zu teilen. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass Dankbarkeit unsere Beziehungen fördert. Sie steigert unser Einfühlvermögen und die Bereitschaft, zu vergeben, unser Selbstwertgefühl, unsere positive Sicht auf das Leben, ja gar unsere Lebensdauer und – unsere Schlafqualität. In Tablettenform wäre Dankbarkeit ein Verkaufsschlager. So müssen wir halt selber aktiv werden, um sorgenvolle durch dankbare Gedanken zu ersetzen, unser Herz zu magnetisieren, um es über unser Leben streichen zu lassen, um die vielen Gründe zur Dankbarkeit aufzusammeln: Sterndiamanten am nächtlichen Himmelszelt, wärmende Sonnenstrahlen, das Wunderwerk unseres Körpers, dass Sie diese Zeilen oder Ihr Herz in Ihrem Leben 3 Milliardenmal schlagen lässt, für die Decke der Liebe, die uns gereicht wird, genug zu essen, ein zu Hause, ein Lachen, Menschen, die zu einander stehen, für Seelensofas, Frieden, die Einheit unseres Landes … Beginnen Sie ihr eigenes Dankbarkeitstagebuch und entdecken dabei, dass es das Wichtigste nur als Geschenk gibt und sprechen laut den erleichternden Satz: ich bin nicht der Herrscher des Universums. Lesen wir darin in schweren Zeiten. Oder im Noema der Nacht. Statt all die Sorgenschäflein immer und wieder zu zählen. Vertrauen wir uns dem Hirten an, dem wahren Herrscher des Universums, dem Schenker von allem Guten und sichten und spüren unser Herz in seinem mit zwei kleinen Worten: „Danke, Gott!“

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich… zu Hause

#Neulich… zu Hause

Corona hat auch gute Seiten. Statt in die Ferne zu schweifen, kann man sein zu Hause neu erforschen. Denn Ferien in Haustralien können auch ganz schön sein. In seinem Wandalusien in Indoornesien gibt es viele Ecken in der eigenen Wohngolei zu entdecken. Endlich mal Ausschlafen in Bettland oder in Großbettanien, nach dem ersten Abstecher nach Kloronto ab in die Bangladusche im Islamabadezimmer. Danach ein gemütliches Frühstück auf dem Balkongo oder Terrassaloniki in Garteneriffa und der Tag kann beginnen. Vielleicht etwas Seychillen in Gardinien, etwas Pflege von Parkistan oder auch nur Bankhock oder leichte Tätigkeit in Büropa oder mal wieder Abstauben in Raumänien, in Schrankreich oder auf dem Senregal? Nach so viel Aktivität, ab durch Flurenz nach Speisekammerun: was gibt es Leckeres in Kochlumbien, in Küchstanbul? Am Nachmittag zur Abwechslung Nixtunesien auf Sofambik oder Gran Coucheria im Wohnzimmeer oder Badlearen und Poolgarien. Der Abend gehört Kamloggia bei schönen Licht aus Lampedusa, etwas Fernsehrbien oder dem Sonneuntergang auf Balkondon. Bevor es schon wieder Zeit wird für Waschbeckentucky in Badbados, Klorea und Pyjamaika, denn ewig ruft das Schlafzimmbabwe nach Matratzedonien ins eigene Tibett. Ach, wie schön ist doch Dahamas! Unterwegs daheim, interessante Sitten, Gebräuche, Menschen entdecken und ein Meer an mehr: bei Gott bin ich zu Hause, in seinem Wohnzimmer kann ich die Füße hochlegen und erzählen, wo ich gerade herkomme, was ich erlebt habe und was ich noch vorhabe. Er interessiert sich dafür. Oder ihm zuhören, was er erzählt. Wie er mit seiner Liebe mein Herzen anspricht, mit seinem Geist mich innerlich in Bewegung bringt. Jeder hat seinen Platz in seinem Haus. Hier lässt es sich gut leben – nicht nur gestern, heute oder auf Durchreise Richtung Zukunft. Nein, das hier ist ein Ort zum Bleiben.

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich… im Sommer

Endlich Sommer – die Jahreszeit, die wir mit Zeit haben und angenehmen Momenten verbinden. Das Leben wird leichter, das Haar heller, die Haut dunkler, das Wasser wärmer, die Drinks kälter, die Nächte länger, die Musik lauter. Wild barefoot and free. 36 Grad. Wird es noch heißer, gehen wir mehr als Omelette, werfen Hackfleisch in die Luft und fangen Frikadellen, dafür bleibt der Kaffee schön mollig. Ähren schaukeln in blonden Weizenfeldern. Der Tag macht heute blau und küsst von roten Lippen. Die Grillen zirpen und alle hören zu. Lauschen. Dem Murmeln der Wellen, fernem Donnergrollen über dürrem Land. Der Asphalt atmet Fernweh und Staub auf den Straßen nach Süden. Das Land riecht nach Wiesenduft, Apfelwelk und Rosen. Die Zeit schmeckt nach Vanilleeis, nach Pfirsich, nach kühler Brause. Wir Menschen werden zu Träumern, in der Hängematte des Lebens. Bleiben wach, bis kühler Abend uns die Hitze des Tages vom Leib streicht, schlafen auf Balkonien oder in Großbettanien bei offenem Fenster und schnurrendem Ventilator, auch wenn das 2000 Mücken gefällt und noch 1000 kommen wollen.  Sommer – die Zeit miserablen Schlittenfahrens für alle Eskimos und doch die schönste Woche des Jahres, also aufgepasst, Blütenblatt für Blütenblatt fällt von der Blumenuhr und wer nicht im Sommer Licht und Farben sammelt, den wird es Winters grauen. Jeder Sommer hat eine Geschichte – wie geht unsere? Nehmen wir Platz im Liegestuhl, gönnen uns diese Traumauszeit. Kein Lärm, kein Handy, entschleunigt einfach nur da zu sein für die Länge eines Eiskaffees. Das Geschenk zu sein. Von Gott in diesen Moment geliebt, von seiner Güte, seiner Gnade, seiner Barmherzigkeit beschirmt. Gott ist übrigens ein Gott der Auszeit, des Schabbats (hebräisch für „Ruhepause“), der uns in der Ruhe begegnen will, in der Perspektive weiten Himmels, im Licht langer Tage, leicht und erlöst, das Herz weit und die Seele frei. Spüren wir unserer sommerfrischen Sehnsucht nach und finden ihn, den Urklang des Lebens.

-Stefan Harrer-

Foto: Alex Blâjan on unsplash

Auf ein Wort: Wind of Change

Wind. In vielen Musiktiteln wird dieses Phänomen sonnenbewegter Luftmasse besungen, das Drachen steigen lassen, Bäume schütteln, Haare zerzausen und um die Häuser pfeifen kann. So wie wir als Kinder des Morgens damals das Lied der Scorpions „Wind of Change“ ins Angesicht der Zeit tiriliert haben. Denn der Wind, der alte Musikant, hat uns ein Lied erzählt, dass nichts bleiben muss, wie es ist. Alle menschliche Anstrengung, Kraft, Energie wird ihn nie fassen, sondern er weht fast wie durch ein Wunder und mit einer gewissen Leichtigkeit und Freiheit den Staub von aller Geschichte, um aus mutlosen und zögerlichen, einfachen Menschen Begeisterte zu machen, sie zu einen und Sprach- und Kulturbarrieren zu überwinden. Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich „Wind, Hauch“. Der Geist Gottes ist die Kraft, die von Gott ausgeht, Leben schafft und erhält, damit wir in seinem Wehen Begeisterung und Hoffnung, Schwung und Tanz, neuen Mut und Leichtigkeit, Muße und Seelenruhe erfahren wider die Schwermut und das Anstrengende in unserem Leben dieser Tage. Auf dass wir den Motor Gottes perpetuum mobile spüren: Liebe. Heute und alle Tage, zuversichtlich, voll Freude, aufrecht gehend, ohne Hochmut, jedem die Hand reichend, ohne Hintergedanken, im Namen Gottes Kinder, überall, eins und einig, als seine Phantasten, von zartem Gemüt, fassungsloser Großzügigkeit und von leichtem Geist. Am Anfang war alles wüst und leer, „Tohuwabohu“ nennt die hebräische Bibel dieses Chaos. Noch ist nichts erschaffen. Mit einer Ausnahme: da schwebt etwas über dem Chaos. Der Windhauch Gottes, spürbar, hörbar. Das Chaos wird kein Chaos mehr bleiben. Ein guter Anfang. Ein bunter Vogel der Hoffnung, Freude und Kraft für alle Zeiten. Der Wind hat einen Namen: Gottes Geist weht. Setzen wir unsere Segel und singen sein Lied…

-Stefan Harrer-

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