Willkommen

Sieben Musiker und Sängerinnen aus unterschiedlichen christlichen Gemeinden und Kirchen in Esslingen und Umgebung bereichern Ihre Gemeindeveranstaltung mit populärer christlicher Musik. Auf dieser Internetseite erfahren Sie alles Wissenswerte.

Auf ein Wort: Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn sich alle Menschen der Erde zueinander stellten, hochsprängen und wieder im selben Moment auf dem Boden aufkämen? Was wäre, wenn wir unendlich weinen müssten, würden wir davon austrocknen? Was wäre, wenn mein Drucker Geld drucken könnte, würde das die Welt verändern? Wenn ich ein Steak aus 250km Höhe abwürfe, würde es gebraten auf der Erde ankommen? Wenn 2 Personen von entgegengesetzten Polen auf einer menschenleeren Erde losliefen, würden sie sich begegnen? Wenn man sich sein ganzes Leben lang alle Küsse aufsparen würde und die ganze Saugkraft in nur in einen Kuss legen würde, wie stark wäre er dann? Wenn plötzlich die Sonne erlösche? Was wäre, wenn… Wir kennen diese Fragen. Unser Leben ist von ihnen durchwirkt. Hypothetische Fragen oder auch ganz reale gerade dieser Tage, nach den letzten Dingen, nach Wahrheit, nach Hoffnung, nach Glauben. Diese Fragen haben für mich jeweils mit einem Kind zu tun. Mit dem Wunder der Geburt meiner Kinder, plötzlich in der Gegenwart einer neuen Seele zu sein, und dieser springflutartige Liebe beim Betrachten dieses winzigen Menschleins in wunderbarer Ganzheit, das es vorher nicht gegeben hat. Oder mit dem Kind, das ein Ehepaar einst hatte und das in deren Swimming Pool ertrank, weil die Mutter ans Telefon ging und der Gitterverschluss des Laufstalls nicht richtig eingerastet war. Das ist unsere Welt und wir kennen nicht alle richtigen Antworten Die gute, greise, etwas gestörte Mutter Natur raunt uns ständig widersprüchliche Botschaften zu und wir müssen damit leben. Wir sind mit dem Sprungbrett Geburt ins Leben abgesprungen und können unsere Landung nicht verschieben. Was wäre, wenn… Diese Frage hat für mich noch mit einem dritten Kind zu tun, diesem himmlischen Kind Jesus, dessen Ankunft wir dieser Tage adventsweise feiern, das alle Herrlichkeit und Macht losgelassen hat, um in einem kleinen Stall als Kind unbedeutender, ärmlicher Eltern zur Welt zu kommen, in einer Handwerkerfamilie aufzuwachsen und später als wohnsitzloser Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. Ein Mensch wie wir, um unseretwillen sein Leben loszulassen. Das Flugzeug unseres Lebens wird nicht ewig fliegen und wir alle sitzen drin. Jeder muss springen und erst nach dem Sprung, wird sich weisen, ob wir den richtigen Fallschirm gewählt haben in diesem, unserem Leben, in dem Babys behütet aufwachsen, in dem aber auch Herzen stehen bleiben und Füße ausgleiten. Wo wir uns fragen, wo unser Weg liegt und wo er hinführt. Was wäre, wenn wir uns entschlössen, diesem göttlichen Kind zu vertrauen und seinen Pfaden zu folgen, anstatt gemeinsam hochzuspringen, ein Steak abzuwerfen, Geld zu drucken oder all unser Küsse zu sparen, um die Welt zu bewegen? Wenn Gott nicht existiert, dann ist unser Verlust, dass wir nach Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit gestrebt haben. Aber wenn Gott doch existiert und wir beschließen, ihm nicht zu folgen, dann verlieren wir alles. Wir können nicht das Dunkel durch Dunkelheit vertreiben. Aber es gibt eine kreative Himmelskraft, ein Licht, wenn alle anderen erlöschen, dass unser dunkles Gestern in ein helles Morgen verwandeln kann, um unsere Tränen zu trocknen, um unserer Einsamkeit zu begegnen, uns zu finden. Dort, in jenem Stall, in jener Krippe, seit jener Nacht leuchtet es auf. Was wäre, wenn… wir uns dorthin aufmachten? 

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich…am Ende

2020 – dieses Jahr kann man mit drei Worten beschreiben: bitte nicht nochmal. Es fühlt sich irgendwie falsch an, wie ein Computerprogramm, das nicht rund läuft und das man gerne deinstallieren würde, weil es einen Virus hat. So ist wohl dieser Tage keiner auf einen Jahresrückblick erpicht, sondern wir alle sind auf den Ausblick gespannt: was ist, wenn 2021 mit COVID 19 S PRO um die Ecke kommt? Haltet die Welt an, ich will aussteigen! Oder aber im Nachhinein werden wir uns lachend in den Armen liegen über diese verrücktesten 5 Jahre unseres Lebens, in dem sich Paare über die Corona App kennengelernt haben, Corona-Maria und Viruslav die beliebtesten Kindernamen wurden und Hände waschen nun zu unserer neuen Kernkompetenz gehört. Ich möchte Corona jetzt nicht verballhornen, durchleide ich doch auch betroffen diese Krise. Aber vielleicht haben wir im Beipackzettel des Lebens das Kleingedruckte überlesen oder vergessen: endet garantiert tödlich und kann Spuren von Müssen, Blut, Schweiß und Tränen enthalten. Vielleicht müsste schon in jedem Kreissaal bei jeder Geburt ein Advokat stehen und uns zurufen: „Herzlich willkommen in der Welt jenseits der Nabelschnur. Dieses Leben kann in vereinzelten Fällen zum Kontakt mit tödlichen Viren, Einsamkeit, Hungersnot, Abschlussprüfungen oder Herzerkrankungen führen und wird nicht empfohlen für Personen, die diesen Planeten nicht mit Tyrannen, Verkehrsrowdys und antagonistischen Mitmenschen teilen oder Fastfood überleben können.“

Leben, ein gefährliches Unterfangen im Schatten bedrohlicher Realitäten. Am besten man nimmt sich gleich selber einen Anwalt. Der beste Anwalt des Lebens, den ich kenne, heißt Jesus Christus. Zu den Dingen dieser Tage spricht er: „seht zu und erschreckt nicht! Passt auf, keine Panik! Haltet treu durch!“ Die Titanic sank unter anderem, weil deren Erbauer billige Nieten verwendet hatten, kein ausreichend qualitativ hochwertiges Material, um die Stahlplatten zusammenzuhalten und eisbergkollisionstauglich zu machen. Was hält unser Leben zusammen? Unsere Welt liegt in Geburtswehen. Tief im Herzen spüren wir, dass es nicht so weiter gehen kann und eine neue Welt kommen muss. Gott hat all die Schmerzen dieser Welt diagnostiziert und ein Buch über ihre Behandlung geschrieben. Wir können ihm vertrauen, dass am Ende alles gut wird, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende…

-Stefan Harrer-

ER KOMMT….! Trotz allem!

Ja,
da steht sie wieder vor der Tür, die schönste Zeit des Jahres, so heimelig-friedlich, mit allerlei Leckerei fürs Feinkostgewölbe. Mit Glitzer, mit I-feel-betta-with-Lametta und mit all den schönen Liedern: o du knabenbringende Weihnachtszeit, Holger, Knabe im lockigen Haar, Christ der Ritter ist da. O Tannenbaum, wie grinsen deine Blätter, schallt es durch die Lüfte grober Schal. Hallojulia, still schweigt Kummer und Darm – wirklich?

Auch in diesem Corona vervirten Jahr wollten wir zusammen mit den Special Guests Steffi und Tobi Neumann zum 11. mal ein Adventskonzert der besonderen Art anbieten.

Aber ach! Wie so vieles in diesem Jahr fällt auch dieses der Pandemie zum Opfer. Es kann nicht stattfinden.

Allen, die uns gerne gehört und gesehen hätten, bieten wir daher unsere beiden CDs „Weites Land“ und „Er kommt an“ mit 17 bzw. 15 Liedern zum einmaligen Corona-Weihnachts-Sonderpreis von je 5 EUR plus Versand an. Bestellen können Sie diese unter www.vaeterband.de/kontakt.

Genießen Sie inspirierende Lieder, die nicht schweigen können von der Liebe Gottes, von der uns nichts scheiden kann, weder ein Virus, noch soziale Distanz, weder drohende Insolvenz, noch Maskenball, weder fehlendes Klopapier noch Fakenews. Als Zeichen dafür wird Gott ein Kind: er kommt an – nur für uns.

 

Auf ein Wort: #Neulich…nachts

Die Nacht ist Mutter allen Grübelns. Da lag ich also wieder – wach, in Unrast, mit Sorgen wie riesenhafte Schattenchimären, die meinen Verstand spalten, mein Herz in Ketten legen, meine Lebensenergie aufsaugen, meine Aufmerksamkeit vom Jetzt ins Damals oder Irgendwann ableiten, meinen Mut gefrieren lassen und in einer Endlosschleife das Lied spielen: „Was wäre wenn?“ Dabei ist Hilfe nahe: Dankbarkeit – das achtsame Wahrnehmen des Guten in unserem Leben, ein Schlüssel zu Glückseligkeit und Frieden. Denn es ist ein Naturgesetz, dass Sorge sich weigert, unser Herz mit der Dankbarkeit zu teilen. Untersuchungen haben zudem ergeben, dass Dankbarkeit unsere Beziehungen fördert. Sie steigert unser Einfühlvermögen und die Bereitschaft, zu vergeben, unser Selbstwertgefühl, unsere positive Sicht auf das Leben, ja gar unsere Lebensdauer und – unsere Schlafqualität. In Tablettenform wäre Dankbarkeit ein Verkaufsschlager. So müssen wir halt selber aktiv werden, um sorgenvolle durch dankbare Gedanken zu ersetzen, unser Herz zu magnetisieren, um es über unser Leben streichen zu lassen, um die vielen Gründe zur Dankbarkeit aufzusammeln: Sterndiamanten am nächtlichen Himmelszelt, wärmende Sonnenstrahlen, das Wunderwerk unseres Körpers, dass Sie diese Zeilen oder Ihr Herz in Ihrem Leben 3 Milliardenmal schlagen lässt, für die Decke der Liebe, die uns gereicht wird, genug zu essen, ein zu Hause, ein Lachen, Menschen, die zu einander stehen, für Seelensofas, Frieden, die Einheit unseres Landes … Beginnen Sie ihr eigenes Dankbarkeitstagebuch und entdecken dabei, dass es das Wichtigste nur als Geschenk gibt und sprechen laut den erleichternden Satz: ich bin nicht der Herrscher des Universums. Lesen wir darin in schweren Zeiten. Oder im Noema der Nacht. Statt all die Sorgenschäflein immer und wieder zu zählen. Vertrauen wir uns dem Hirten an, dem wahren Herrscher des Universums, dem Schenker von allem Guten und sichten und spüren unser Herz in seinem mit zwei kleinen Worten: „Danke, Gott!“

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich… zu Hause

#Neulich… zu Hause

Corona hat auch gute Seiten. Statt in die Ferne zu schweifen, kann man sein zu Hause neu erforschen. Denn Ferien in Haustralien können auch ganz schön sein. In seinem Wandalusien in Indoornesien gibt es viele Ecken in der eigenen Wohngolei zu entdecken. Endlich mal Ausschlafen in Bettland oder in Großbettanien, nach dem ersten Abstecher nach Kloronto ab in die Bangladusche im Islamabadezimmer. Danach ein gemütliches Frühstück auf dem Balkongo oder Terrassaloniki in Garteneriffa und der Tag kann beginnen. Vielleicht etwas Seychillen in Gardinien, etwas Pflege von Parkistan oder auch nur Bankhock oder leichte Tätigkeit in Büropa oder mal wieder Abstauben in Raumänien, in Schrankreich oder auf dem Senregal? Nach so viel Aktivität, ab durch Flurenz nach Speisekammerun: was gibt es Leckeres in Kochlumbien, in Küchstanbul? Am Nachmittag zur Abwechslung Nixtunesien auf Sofambik oder Gran Coucheria im Wohnzimmeer oder Badlearen und Poolgarien. Der Abend gehört Kamloggia bei schönen Licht aus Lampedusa, etwas Fernsehrbien oder dem Sonneuntergang auf Balkondon. Bevor es schon wieder Zeit wird für Waschbeckentucky in Badbados, Klorea und Pyjamaika, denn ewig ruft das Schlafzimmbabwe nach Matratzedonien ins eigene Tibett. Ach, wie schön ist doch Dahamas! Unterwegs daheim, interessante Sitten, Gebräuche, Menschen entdecken und ein Meer an mehr: bei Gott bin ich zu Hause, in seinem Wohnzimmer kann ich die Füße hochlegen und erzählen, wo ich gerade herkomme, was ich erlebt habe und was ich noch vorhabe. Er interessiert sich dafür. Oder ihm zuhören, was er erzählt. Wie er mit seiner Liebe mein Herzen anspricht, mit seinem Geist mich innerlich in Bewegung bringt. Jeder hat seinen Platz in seinem Haus. Hier lässt es sich gut leben – nicht nur gestern, heute oder auf Durchreise Richtung Zukunft. Nein, das hier ist ein Ort zum Bleiben.

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich… im Sommer

Endlich Sommer – die Jahreszeit, die wir mit Zeit haben und angenehmen Momenten verbinden. Das Leben wird leichter, das Haar heller, die Haut dunkler, das Wasser wärmer, die Drinks kälter, die Nächte länger, die Musik lauter. Wild barefoot and free. 36 Grad. Wird es noch heißer, gehen wir mehr als Omelette, werfen Hackfleisch in die Luft und fangen Frikadellen, dafür bleibt der Kaffee schön mollig. Ähren schaukeln in blonden Weizenfeldern. Der Tag macht heute blau und küsst von roten Lippen. Die Grillen zirpen und alle hören zu. Lauschen. Dem Murmeln der Wellen, fernem Donnergrollen über dürrem Land. Der Asphalt atmet Fernweh und Staub auf den Straßen nach Süden. Das Land riecht nach Wiesenduft, Apfelwelk und Rosen. Die Zeit schmeckt nach Vanilleeis, nach Pfirsich, nach kühler Brause. Wir Menschen werden zu Träumern, in der Hängematte des Lebens. Bleiben wach, bis kühler Abend uns die Hitze des Tages vom Leib streicht, schlafen auf Balkonien oder in Großbettanien bei offenem Fenster und schnurrendem Ventilator, auch wenn das 2000 Mücken gefällt und noch 1000 kommen wollen.  Sommer – die Zeit miserablen Schlittenfahrens für alle Eskimos und doch die schönste Woche des Jahres, also aufgepasst, Blütenblatt für Blütenblatt fällt von der Blumenuhr und wer nicht im Sommer Licht und Farben sammelt, den wird es Winters grauen. Jeder Sommer hat eine Geschichte – wie geht unsere? Nehmen wir Platz im Liegestuhl, gönnen uns diese Traumauszeit. Kein Lärm, kein Handy, entschleunigt einfach nur da zu sein für die Länge eines Eiskaffees. Das Geschenk zu sein. Von Gott in diesen Moment geliebt, von seiner Güte, seiner Gnade, seiner Barmherzigkeit beschirmt. Gott ist übrigens ein Gott der Auszeit, des Schabbats (hebräisch für „Ruhepause“), der uns in der Ruhe begegnen will, in der Perspektive weiten Himmels, im Licht langer Tage, leicht und erlöst, das Herz weit und die Seele frei. Spüren wir unserer sommerfrischen Sehnsucht nach und finden ihn, den Urklang des Lebens.

-Stefan Harrer-

Foto: Alex Blâjan on unsplash

Auf ein Wort: Wind of Change

Wind. In vielen Musiktiteln wird dieses Phänomen sonnenbewegter Luftmasse besungen, das Drachen steigen lassen, Bäume schütteln, Haare zerzausen und um die Häuser pfeifen kann. So wie wir als Kinder des Morgens damals das Lied der Scorpions „Wind of Change“ ins Angesicht der Zeit tiriliert haben. Denn der Wind, der alte Musikant, hat uns ein Lied erzählt, dass nichts bleiben muss, wie es ist. Alle menschliche Anstrengung, Kraft, Energie wird ihn nie fassen, sondern er weht fast wie durch ein Wunder und mit einer gewissen Leichtigkeit und Freiheit den Staub von aller Geschichte, um aus mutlosen und zögerlichen, einfachen Menschen Begeisterte zu machen, sie zu einen und Sprach- und Kulturbarrieren zu überwinden. Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich „Wind, Hauch“. Der Geist Gottes ist die Kraft, die von Gott ausgeht, Leben schafft und erhält, damit wir in seinem Wehen Begeisterung und Hoffnung, Schwung und Tanz, neuen Mut und Leichtigkeit, Muße und Seelenruhe erfahren wider die Schwermut und das Anstrengende in unserem Leben dieser Tage. Auf dass wir den Motor Gottes perpetuum mobile spüren: Liebe. Heute und alle Tage, zuversichtlich, voll Freude, aufrecht gehend, ohne Hochmut, jedem die Hand reichend, ohne Hintergedanken, im Namen Gottes Kinder, überall, eins und einig, als seine Phantasten, von zartem Gemüt, fassungsloser Großzügigkeit und von leichtem Geist. Am Anfang war alles wüst und leer, „Tohuwabohu“ nennt die hebräische Bibel dieses Chaos. Noch ist nichts erschaffen. Mit einer Ausnahme: da schwebt etwas über dem Chaos. Der Windhauch Gottes, spürbar, hörbar. Das Chaos wird kein Chaos mehr bleiben. Ein guter Anfang. Ein bunter Vogel der Hoffnung, Freude und Kraft für alle Zeiten. Der Wind hat einen Namen: Gottes Geist weht. Setzen wir unsere Segel und singen sein Lied…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Wer hätte das gedacht…

Hätten wir vor Corona gedacht, dass wir einmal täglich dem Podcast eines Virologen mit Spannung lauschen und dass unser Informationsbedürfnis so groß wird, dass wir dazu gar unsere eigene Social-Media-Bubble verlassen? Dass wir einmal wie in eine Zeit reisen, in der das Wort Mobilität noch nicht erfunden war und in der der Himmel blauer, leerer, leiser, freier atembar ist? Dass wir einmal weniger hedonistisch konsumieren werden, sondern nur, um die Familie durchzubringen? Dass man auch ohne die Verlockungen des Marktes und der Eventindustrie überleben kann, ohne ständig das eigene Dasein zu optimieren? Dass Bescheidenheit, Lesen, Puzzeln, Spazieren gehen sexy ist, Konsolen und Streaming ins Boreout führen und dafür Do It Yourself und die Kompetenz in der Küche einen Schub erleben? Dass man mehr erträgt, als man glaubt und wer bisher getrieben war von einer Unruhe, alles zu verpassen, entschleunigt und ruhiger, näher zu sich kommt? Dass man sich wieder aufs Büro mit all seinen Menschen freut, nachdem wir auf breiter Basis digital, dezentral und multimedial arbeiten, lehren und lernen gelernt haben?  Dass der Gang zum Supermarkt unser Wochenhighlight sein wird und dass es dort Türsteher gibt, die uns nicht reinlassen? Dass einmal Toilettenpapier zu einem Wertpapier wird und dass wir, aus Bedürfnis, irgendetwas zu tun, um uns und unsere Familie zu schützen, zu Hamstern mutieren? Dass uns dämmert, dass Gesellschaft kein Soloprogramm für Individualisten, sondern ein Für- und Miteinander sozialer Individuen ist? 

Auf ein Wort: Krisen bieten Chancen, Dinge anders zu sehen, zu denken, dass nichts bleiben muss wie es ist. „Seid fröhlich in Hoffnung, geduldig in Trübsal, beharrlich im Gebet“: ein stimmiger Dreiklang für unser Leben. Eine weittragendere Melodie als der Ich-will-alles-sofort-Akkord von gestern. Eine Einladung trotz wechselnder Tonarten und Dissonanzen, trotz wechselhafter Ereignisse und Erfahrungen, sich tragen zu lassen von der gottgewobenen Sinfonie unseres Seins und dem Konzertmeister des Universums unser Vertrauen dazu zu schenken. Wer Sologeige spielen will, braucht ein Orchester, das mitspielt, einen Dirigenten, der unser verstimmtes Herz dieser Tage zum Klingen bringt: der Weg zu Leben in Resonanz mit Nachhall geht mit anderen, mit Gott. Um Takt zu halten, wenn die Corona-Krise einmal vorbei sein wird. Denn die Menschheit hat ein kurzes Gedächtnis, dafür große Unrast unserer Wünsche Flug, besonders wenn die eigene Gestaltungsfreizeit oder das finanzielle Wohlergehen tangiert wird….

-Stefan Harrer-

Photo by Edwin Hooper on Unsplash

Auf ein Wort: Sitting in one boat

Die Botschaft von Ostern ist einfach, wie alle Wahrheit eine einfache Sprache spricht: Gott schuf den Menschen. Der Mensch wies Gott zurück. Aber Gott wird nicht aufgeben, bis er den Menschen zurückgewonnen hat. Dazu wird Gott in Jesus Mensch, tauscht ganz viel gegen ganz wenig ein, weil er lieber für uns in die Hölle als ohne uns in den Himmel gehen will. Aus Liebe lässt er seine für uns offenen Arme an einem Kreuz festnageln, um uns zu zeigen, die Türen des Himmels sind offen – für uns.

Und wir? Gestern waren wir uns doch gewiss, dass wir nur uns selber brauchen, um den Himmel auf Erden zu holen. Wir fühlten uns stark, alles zu können. Haben unerschrocken immer schneller am großen Rad von Wachstum und Fortschritt gedreht ohne auf die zu achten, die schon lange nicht mehr mitkamen, unseren Planeten inklusive. Wir glaubten in dieser kranken Welt für immer jung, sicher und gesund bleiben zu können. Plötzlich taucht auf unserer Lebensreise ein Corona-Eisberg auf und uns wird schlagartig, schmerzlich klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, orientierungslos, verwundbar und in unserer Ungewissheit ist nur noch eines gewiss: es ist an der Zeit, das Ruder rumzureißen, damit die Bordkapelle demnächst nicht den Abgesang spielen muss. Statt Traumschiff-Käpt‘nsdinner sind wir nun alle dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern, uns beizustehen, da niemand sich allein retten wird.

Vielleicht ist Ostern in diesem vervirten Jahr eine zweite Chance für unsere Terra Titanic. Jesus Christus kam aus einem einzigen Grund auf die Erde: um uns diese zweite Chance zu geben. Er lebte das Leben, zu dem wir nicht fähig waren, und ertrug die Strafe, die uns zu schwer war – um uns eine Hoffnung anzubieten. Brauchen wir nicht gerade jetzt jemanden, dem wir vertrauen können und der größer ist als wir? Bei Gott gibt es kein zu spät, zu früh, zu schnell, zu langsam. Sein Zeitplan ist nicht unser Zeitplan, aber immer passend: spätestens rechtzeitig wird er denen helfen, die ihn bitten, die ihm vertrauen, damit Krankes gesund, Falsches richtig, Verbogenes gerade wird. Wir haben auf diesem Lebensboot angeheuert, unterwegs zu einem Traum von morgen, der uns Kraft und Mut für heute gibt. Lernen wir den wirklichen Kapitän kennen. Lernen wir von ihm. Damit wir in Stürmen nicht in Panik geraten, nicht aufgeben, geduldig bleiben, uns daran erinnern, dass unser Kapitän als erwiesener Sturmstiller immer noch alles unter Kontrolle hat. Es ist nicht mehr wichtig, wie stark ich bin, sondern wie stark Gott ist. Mit einem einzigen Leben gab er dem Lauf der Welt eine neue Wendung. „Rinascero, Rinascerai“,die beiden italienischen Künstler Roby Facchinetti und Stefano D’Orazio haben ein Lied anlässlich des Corona-Notstandes in ihrer Heimatstadt Bergamo geschrieben. Alle Einnahmen daraus werden vollständig gespendet. Es könnte auch das unsrige an Ostern 2020 werden: wir werden auferstehen!

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Coronatimes

Liebe Freunde unserer Musik,

Corona hat momentan unsere Welt fest im Griff. Unser Leben hat sich binnen Tagen verändert und ist nicht mehr so, wie wir es kannten. Fast ohnmächtig spüren wir unsere Grenzen. Wir müssen auf Vieles verzichten, wodurch unsere Sehnsucht umso mehr zu spüren ist. Wir leben Gemeinschaft entdichtet, auf Abstand, wir leben veranstaltungsfrei, von einer Absage zur nächsten. Alle Gottesdienste sind mittlerweile verboten. Aber nicht alles ist abgesagt. Vieles war und bleibt für immer angesagt: Zuwendung und Zusammenhalten, Lächeln und Freundlichkeit, Phantasie und Musik, und für immer Glaube, Hoffnung und Liebe. Wir sind fest überzeugt, dass Gott größer ist als das Coronavirus. Und wir haben die einzigartige Möglichkeit, uns durch Gebet mit Gott zu verbinden, der nie versiegenden Quelle unseres Lebens. Also Kopf hoch, zum Himmel. Es gibt keinen Sturm in unserem Leben, den Gott nicht stillen könnte. Wir grüßen euch mit einem alten, zeitlosen Songtext von Hella Heizmann nach Psalm 91,11, leicht von uns an die momentane Situation angepasst und ergänzt: 

Denn er hat seinen Engeln befohlen

Wer auf Gott vertraut, braucht sich nicht zu fürchten
vor den Träumen der Nacht und in der Krisenzeit.
Er darf mit Hoffnung in den neuen Tag gehen.

Wer auf Gott vertraut, darf sich sicher wissen
In den Händen der Liebe, die ihn halten.
Er darf mit Freude Gottes Hilfe sehen.

Wer auf Gott vertraut, kennt den Regenbogen,
der nicht vor, sondern nach dem Sturm erstrahlet
denn bei Gott währt kein Dunkel ewig.

Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
Dass sie dich behüten.
Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir,
Dass sie dich beschützen Tag und Nacht.

Eure Väterband & Vocals

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