Auf ein Wort – Der Himmel steht offen


Heute gehe ich langsam, stehle der Uhr die Zeiger, lass meine Gedanken fliegen, unfokussiert weit. An meinem Lieblingsort lege ich mich ins Gras, um den Wolken zuzuschauen. Ein Schiff, ein Drache, Gesichter ziehen am Himmel vorüber, entschwinden im Blau unseres Lebensfirmaments. Doch nicht immer ist alles so fluffig, sonnig, blau. Manchmal dreht das Leben hart am Rad. Gestern war noch alles in Ordnung, heute schon geht es wieder hinunter ins Schwarze, um erneut ein Licht zu gebären, das Hoffnung verheißt, einmal wieder oben zu sein. Oben bleiben, das wollen wir Menschen mit allen Mitteln. Dafür tun wir alles, um nicht immer wieder abwärts zu müssen im stets drehenden Lebensrad. Und doch stoppen wir dieses verrückte Lebenskarussell nicht, erahnen aber die Chance, dass dessen Fliehkaft nur das bei uns lässt, was zu uns gehört, was wirklich hält. Ähnlich müssen sich einst die Jünger Jesu gefühlt haben zwischen Palmsonntag und Himmelfahrt. Dieser fröhlich-ängstliche Haufen, dem das irdische Leben keine Sorgen mehr bereiten kann, da sie den Heiland persönlich kennengelernt haben und nun wissen, dass die Auferstehung der letzte Sieg über den Tod und die Hoffnung auf das ewige Leben ist. Und dann das: „ich bin dann mal weg!“ Jesus lässt sie allein. Hält das Lebensrad nicht an. Nicht aber ohne ihnen ein Versprechen zu geben: ich bereite für euch himmlische Wohnungen vor. Ich denke an meine irdische und lächle: das wird gut! Jesus geht nicht, ohne ihnen seinen Geist zu lassen: als Helfer, Ratgeber, Tröster, Ermutiger, Anwalt, Lehrer, Erinnerer, um dareinst selber wiederzukehren, zum 2. Advent. Was hindert uns da noch, das Leben zu genießen, gnädiglich beschützt? Zu arbeiten, als würden wir das Geld nicht brauchen. Zu lieben, als hätte uns nie jemand verletzt. Zu tanzen, als würde niemand zusehen. Zu lachen, als würde es Sterne regnen. Verrückt zu sein, als gäbe es nur Freude. Zu singen, als würde niemand zuhören. Zu leben, als wäre der Himmel auf Erden, denn Jesus Christus hat Himmel und Erde vermählt. Für uns –  we matter! Gehen wir los – der Himmel steht offen…

-Stefan Harrer-

Photo by Vinícius Henrique on Unsplash

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