Auf ein Wort: Im Land der ewigen Suche

Auch in einem neuen Jahr scheinen wir im Land der ewigen Suche zu leben, sollte man zumindest der Medienlandschaft glauben. Immer noch suchen wir schmusige Schwiegertöchter, barmherzigige Bauersfrauen, tumbe Tanzbären, naive Nacktinselnemos, trendige Topmodels, drollige Dschungelcamper, kulinarische Kochgurus und immer wieder gern den quotalen Quizzkönig. Warum will uns einfach die Kür eines nachrangigen Nationalbarden nicht gelingen, obwohl sich wöchentlich Tausende Freiwillige als möglich Möchtegernprominenzmärtyrer anbieten? Gerade wenn man denkt, dass der passende Heilsbringer gefunden ist, wird schon die nächste Suche gestartet. Liegt unsere dauerhaft blindwütige Orientierungslosigkeit an unserer nationalen Landeslenkung, die selber alle 4 Jahre mit aufwändig großem Casting und Votig gewählt wird, um hernach auf der Suche nach einem zukunftsorientierten Weg im Stillstand zu verharren? Oder liegt es an uns Indianer vom Stamme der „die-nie-ankommen-trotz-angestrengt-anhaltender Bewegung“ für die das Ziel nicht mehr das Ziel ist, sondern der Weg und die im Zweifelsfall lieber Tante Google befragen a la: habe mich ein bisschen mit Google Maps durch die die Stadt geklickt – Sonntagsspaziergang erledigt. Auf ein Wort: mit welcher Suche sind wir in dieses Jahr gestartet? Nach mehr Erfolg, Besitz, Reichtum, Anerkennung, Familienharmonie, Selbstverwirklichung? Hinter jeder Suche steckt eine Sehnsucht, z.B. nach Heimat, Geborgenheit, authentischer Liebe, dem wahren Leben, das verlorene Paradies. Doch tief im Herzen ahnen wir, dass kein Ding und kein Mensch, inklusive und selber, diese Sehnsucht je erfüllen wird können, dass unsere Sehnsuche über das Alltägliche, Banale, Irdische hinaus geht. Die Bibel weiß schon dieses Mysterium seit Anbeginn der Menschseins und rät uns: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34, Vers 15). Im Hebräischen spricht man von „Schalom“ und meint damit alles, was der Mensch zum Leben wirklich braucht: Frieden, Fülle des Lebens, Wohlbefinden, Glück, Zufriedenheit, Seelenruhe, Harmonie: alles passt zueinander, alles stimmt miteinander überein. Gott lädt uns ein, zu finden und zur Ruhe zu kommen. Jesus Christus spricht: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Er gibt das Leben und ist ein Freund und Liebhaber des Lebens, unvorstellbar und unermesslich, mehr als das „geliehene“, begrenzte und zerbrechliche Leben, über das wir als Menschen in der Zeit zwischen Geburt und biologischen Tod verfügen. Bei Gott ist die für uns unvorstellbare Fülle des Lebens, an die er uns schon in dieser Welt teilhaben lassen will, damit wir selbst zu Trägern des Lebens werden: „Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch.“ (Johannes 14,27). In diesem Sinne: fröhliches Finden!

Stefan Harrer

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