Auf ein Wort: #Neulich… ohne Biss im Bus

Fastenzeit – da sind sie wieder, diese besonderen 40 Tage der zweiten Chance zu gutem Vorhaben, nachdem wir mit unseren Neujahrssätzen garantiert schon durch sind. Noch einmal alle Willenskraft gesammelt, um dem Ideal von Bikinifigur und Waschbrettbauch näher zu kommen, damit die Schokolade nicht schon wieder überraschend gewinnt. Aber diesmal professionell: realistische Ziele an die Türschranktür geklebt, Motivationsspruch auf den Spiegel geschrieben: „Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun!“ Und ja, ich handle aus eigenem Antrieb und ab sofort werden alle Zweifler ignoriert: Fastenzeit – here I come!

Aber dann das: fast nachts finden wir uns in einem Restaurant wieder, der Ober reicht die pralle Speisekarte voller Verlockungen. Reinschauen kostet ja nichts und ich habe ja eh schon vor, nur ein Mineralwasser zu nehmen. Vielleicht mit ein bisschen Zitrone. Und ein wenig Eis. So eine Kugel Vanilleeis wäre jetzt schon ganz schön. Oh, ich sehe gerade, hier gibt‘s Tiramisueis. Na, dann vielleicht gleich Tiramisu. Ach ja und dazu passt doch Panna Cotta mit einer Kelle heißen Himbeeren. Ein paar Früchtchen sind sicher nicht schädlich. Und dazu Mandeln, am besten gebrannt, mit einer Stange Toblerone. Schokolade hat eine lange kirchliche Tradition, nicht das Fasten zu brechen. Aber damit das Süße nicht zu dolle wird, etwas Pasta, locker und schwerelos aufgeschlagen, mit frühlingshaften Sauce Hollandaise. Für die Optik noch ein Stück Pizza aus der leichten mediterranen Küche. Und so ein Cheatday ist doch sicher gut für die Motivation, damit morgen wieder die Flowersprouts und Zoodles schmecken. Überhaupt: wozu mache ich das alles? Irgendwann ist die stärkste Willenskraft erschöpft… Egal, welch Fastenziel wir uns gesetzt haben, wir werden immer wieder eine Reihe von Hemmnissen erleben: Lustlosigkeit, Angst, Ziellosigkeit, Ablenkungen, Aufschieberitis, dass man für Erfolg kämpfen muss und dass dabei Biss helfen würde. Ein Teilerfolg wäre dabei schon, herauszufinden, wer der Busfahrer unseres Lebens ist, wer dort am Steuer sitzt. Wir oder andere Dinge? Überlassen wir das nicht anderen Chauffeuren – sondern dem besten und vertrauenswürdigsten Fahrer, den es gibt: Gott höchstpersönlich, der das Beste für uns im Sinn hat, der uns nach Hause bringen möchte, Bikinis gibt’s in allen Größen und Farben, und wer weiss denn heute noch, was ein Waschbrett ist? Nichts geht über ein gutes Herz – und unseres hat Gott fest im Blick….

-Stefan Harrer-

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