Auf ein Wort: Sitting in one boat

Die Botschaft von Ostern ist einfach, wie alle Wahrheit eine einfache Sprache spricht: Gott schuf den Menschen. Der Mensch wies Gott zurück. Aber Gott wird nicht aufgeben, bis er den Menschen zurückgewonnen hat. Dazu wird Gott in Jesus Mensch, tauscht ganz viel gegen ganz wenig ein, weil er lieber für uns in die Hölle als ohne uns in den Himmel gehen will. Aus Liebe lässt er seine für uns offenen Arme an einem Kreuz festnageln, um uns zu zeigen, die Türen des Himmels sind offen – für uns.

Und wir? Gestern waren wir uns doch gewiss, dass wir nur uns selber brauchen, um den Himmel auf Erden zu holen. Wir fühlten uns stark, alles zu können. Haben unerschrocken immer schneller am großen Rad von Wachstum und Fortschritt gedreht ohne auf die zu achten, die schon lange nicht mehr mitkamen, unseren Planeten inklusive. Wir glaubten in dieser kranken Welt für immer jung, sicher und gesund bleiben zu können. Plötzlich taucht auf unserer Lebensreise ein Corona-Eisberg auf und uns wird schlagartig, schmerzlich klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, orientierungslos, verwundbar und in unserer Ungewissheit ist nur noch eines gewiss: es ist an der Zeit, das Ruder rumzureißen, damit die Bordkapelle demnächst nicht den Abgesang spielen muss. Statt Traumschiff-Käpt‘nsdinner sind wir nun alle dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern, uns beizustehen, da niemand sich allein retten wird.

Vielleicht ist Ostern in diesem vervirten Jahr eine zweite Chance für unsere Terra Titanic. Jesus Christus kam aus einem einzigen Grund auf die Erde: um uns diese zweite Chance zu geben. Er lebte das Leben, zu dem wir nicht fähig waren, und ertrug die Strafe, die uns zu schwer war – um uns eine Hoffnung anzubieten. Brauchen wir nicht gerade jetzt jemanden, dem wir vertrauen können und der größer ist als wir? Bei Gott gibt es kein zu spät, zu früh, zu schnell, zu langsam. Sein Zeitplan ist nicht unser Zeitplan, aber immer passend: spätestens rechtzeitig wird er denen helfen, die ihn bitten, die ihm vertrauen, damit Krankes gesund, Falsches richtig, Verbogenes gerade wird. Wir haben auf diesem Lebensboot angeheuert, unterwegs zu einem Traum von morgen, der uns Kraft und Mut für heute gibt. Lernen wir den wirklichen Kapitän kennen. Lernen wir von ihm. Damit wir in Stürmen nicht in Panik geraten, nicht aufgeben, geduldig bleiben, uns daran erinnern, dass unser Kapitän als erwiesener Sturmstiller immer noch alles unter Kontrolle hat. Es ist nicht mehr wichtig, wie stark ich bin, sondern wie stark Gott ist. Mit einem einzigen Leben gab er dem Lauf der Welt eine neue Wendung. „Rinascero, Rinascerai“,die beiden italienischen Künstler Roby Facchinetti und Stefano D’Orazio haben ein Lied anlässlich des Corona-Notstandes in ihrer Heimatstadt Bergamo geschrieben. Alle Einnahmen daraus werden vollständig gespendet. Es könnte auch das unsrige an Ostern 2020 werden: wir werden auferstehen!

-Stefan Harrer-

Comments are closed.

Facebook
Facebook
Instagram