Auf ein Wort: Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn sich alle Menschen der Erde zueinander stellten, hochsprängen und wieder im selben Moment auf dem Boden aufkämen? Was wäre, wenn wir unendlich weinen müssten, würden wir davon austrocknen? Was wäre, wenn mein Drucker Geld drucken könnte, würde das die Welt verändern? Wenn ich ein Steak aus 250km Höhe abwürfe, würde es gebraten auf der Erde ankommen? Wenn 2 Personen von entgegengesetzten Polen auf einer menschenleeren Erde losliefen, würden sie sich begegnen? Wenn man sich sein ganzes Leben lang alle Küsse aufsparen würde und die ganze Saugkraft in nur in einen Kuss legen würde, wie stark wäre er dann? Wenn plötzlich die Sonne erlösche? Was wäre, wenn… Wir kennen diese Fragen. Unser Leben ist von ihnen durchwirkt. Hypothetische Fragen oder auch ganz reale gerade dieser Tage, nach den letzten Dingen, nach Wahrheit, nach Hoffnung, nach Glauben. Diese Fragen haben für mich jeweils mit einem Kind zu tun. Mit dem Wunder der Geburt meiner Kinder, plötzlich in der Gegenwart einer neuen Seele zu sein, und dieser springflutartige Liebe beim Betrachten dieses winzigen Menschleins in wunderbarer Ganzheit, das es vorher nicht gegeben hat. Oder mit dem Kind, das ein Ehepaar einst hatte und das in deren Swimming Pool ertrank, weil die Mutter ans Telefon ging und der Gitterverschluss des Laufstalls nicht richtig eingerastet war. Das ist unsere Welt und wir kennen nicht alle richtigen Antworten Die gute, greise, etwas gestörte Mutter Natur raunt uns ständig widersprüchliche Botschaften zu und wir müssen damit leben. Wir sind mit dem Sprungbrett Geburt ins Leben abgesprungen und können unsere Landung nicht verschieben. Was wäre, wenn… Diese Frage hat für mich noch mit einem dritten Kind zu tun, diesem himmlischen Kind Jesus, dessen Ankunft wir dieser Tage adventsweise feiern, das alle Herrlichkeit und Macht losgelassen hat, um in einem kleinen Stall als Kind unbedeutender, ärmlicher Eltern zur Welt zu kommen, in einer Handwerkerfamilie aufzuwachsen und später als wohnsitzloser Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. Ein Mensch wie wir, um unseretwillen sein Leben loszulassen. Das Flugzeug unseres Lebens wird nicht ewig fliegen und wir alle sitzen drin. Jeder muss springen und erst nach dem Sprung, wird sich weisen, ob wir den richtigen Fallschirm gewählt haben in diesem, unserem Leben, in dem Babys behütet aufwachsen, in dem aber auch Herzen stehen bleiben und Füße ausgleiten. Wo wir uns fragen, wo unser Weg liegt und wo er hinführt. Was wäre, wenn wir uns entschlössen, diesem göttlichen Kind zu vertrauen und seinen Pfaden zu folgen, anstatt gemeinsam hochzuspringen, ein Steak abzuwerfen, Geld zu drucken oder all unser Küsse zu sparen, um die Welt zu bewegen? Wenn Gott nicht existiert, dann ist unser Verlust, dass wir nach Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit gestrebt haben. Aber wenn Gott doch existiert und wir beschließen, ihm nicht zu folgen, dann verlieren wir alles. Wir können nicht das Dunkel durch Dunkelheit vertreiben. Aber es gibt eine kreative Himmelskraft, ein Licht, wenn alle anderen erlöschen, dass unser dunkles Gestern in ein helles Morgen verwandeln kann, um unsere Tränen zu trocknen, um unserer Einsamkeit zu begegnen, uns zu finden. Dort, in jenem Stall, in jener Krippe, seit jener Nacht leuchtet es auf. Was wäre, wenn… wir uns dorthin aufmachten? 

-Stefan Harrer-

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