The Final Curtain

Tschau Kakao, Tschö mit Ö, Tschüss mit üss, Tschüssikowski Tschüsseldorf, toodledoo, kangaroo, ciao for now, San Frantschüssko… 

Man schrieb ein taufrisches Millennium, als sich anno 2000 vier Väter (Jürgen, Marcell, Stefan, Herbert) in ihren besten Jahren aufmachten, um anlässlich des Abschlussgottesdienstes zweier ihrer Kinder gemeinsam zu musizieren und en passant musikalisches Neuland zu betreten. Man kannte sich, stand schon seit über 20 Jahren in verschiedensten Formationen von A wie Akzente bis D wie Dimension Five auf der Bühne, aber diesmal, spürte man vom ersten Tonikum an, entstand da etwas, das währen würde. Die gesangliche Goldkante war auch schnell gefunden, mit Steffi, Petra und Tabea aus dem nahen Netzwerk waren zwei neue Marken gesetzt: christliche Popmusik „at its best“ mit mehrstimmigem Gesang. Nur beim Namen dieser Formation tat man sich weniger leicht: „Väterband“ war ein Konsens, der zwar die Lebenssituation der Instrumentalisten wiedergab, für die Vokalistinnen allerdings zu kurz gesprungen war, was uns zum ewig-running Anmoderationsgag für unsere Mädels führte: „Wie fühlt ihr euch in einer Band, die „die Väter“ heißt?“ Später sollte ein „&Vocals“ folgen. 

Zunächst aber Musik, Musik, Musik. In Gottesdiensten und Sing&Prays in der Esslinger Begegnungskirche und recht bald über die Gemeindegrenzen hinweg, in SpoGos & in der Thomasmesse in der Esslinger Stadtkirche. Geprobt wurde noch im Heizungskeller der Versöhnungskirche Oberesslingen, bis wir eines Tages den Erfordernissen einer modernen Heizungsanlage weichen mussten und unsere Reise begann…

Bye Bye Hawaii, butterfly, so long, King Kong bis dannimannski, Dennver, Dannzig Dennmark, Hasta la vista, Mista. Ende Gelände, Schicht im Schacht, erst die Rechte, dann die Linke, beide machen winke, winke…

Um im Garagenanbau der Begegnungskirche zumindest für unser Equipment eine Bleibe zu finden. Wir probten auch oft dort in der Gemeinde oder wo es möglich war. Das Sangeskleeblatt konnte mit Karen vervollständigt werden, so dass man für Kommendes stimmenstark gewappnet war. Man hörte uns immer mehr in neuen Formaten, wie in Evangelisationsveranstaltungen a la „Pro Christ“, „On the Move“, „Festival der Hoffnung“. Wir machten uns auf zu neuen Ufern mit unserer ersten CD: „Gott ist anders“, die noch recht monolithisch (Gesang/Instrumente en Block) im Stuttgarter Heilands-Kirchenkellerstudio von Julian Scharpf produziert wurde (mittlerweile vergriffen). Die Thomasmesse war ein Kontinuum, dem wir mit unserer Musik einen modernen Anstrich geben konnten. In Anbetracht vieler guter Notenliteratur konnten wir dort zum 1. Advent ein Konzert „Er kommt an“ etablieren, gepaart mit geistreichen Texten aus Stefans Feder. Für viele Menschen ein guter Start in den Advent, um so auch zu entdecken: Gott ist anders, jenseits des überbordenden Weihnachtsmarktes vor den Türen der Stadtkirche. Und über diese Connection fanden wir neue Heimat im Proberaum im Turm der Südkirche in Esslingen. Eigentlich eine Rumpelkammer, aber für uns donnerstags, ein Atelier unserer Tonkunst. In der Südkirche wagten wir auch eigene Lobpreiskonzerte „Ströme des lebendigen Wassers“…

Chapeau mit O, Paris, Athen, auf Wiedersehn, tschautschesko, ciao Pan Tau, bis dann, Hermann, Bye Bye, Kartoffelbrei, mach’s gut, schwing den Hut, Sayonara carbonara…

So erreichten wir unsre Hochphase. Wir spielten 2 weitere CDs ein: „Weites Land“ und, angesichts unseres beliebten Adventkonzertreigens, „Er kommt an“, aufgenommen in Mehrspurtechnik in verschiedensten Locations von den Scharpfschen Baltimore Basements bis zur Popakademie Mannheim, stets produziert von Julian Scharpf. Dass Steffi mit ihrem Talent nicht ewig bei uns bleiben würde, war uns klar, aber auch Karen ging nach unsrer 3. CD von Bord. Wir konnten zur Stärkung unseres Gesangs Chrissi gewinnen, die ein neues Stimmtimbre in den Sopran brachte und mit Lobreis&Lounge ein neues Format lancierte. 

Musikalische Visionäre wie wir von Anfang an waren, erspürten wir den „Wind of Change“. Deswegen veranstalteten wir anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums eine musikalische Zeitreise in unsere und in die globalmusikalische Zeitgeschichte gepaart mit Kabaretteinlagen von FIASKO (Stefan&Irmela), die auch in den kommenden Konzerttourneen: „Lebenswege“ und „Stürmische Zeiten“, ein frohsinniger Baustein bleiben sollten… 

Macht’s gut, Knut, Bis baldo, Ronaldo, Ade bleib, schee, auf Wirsing, bis Baldrian & Spätersilie, Bye mit Ei, Schalömmchen, der Drops ist gelutscht, die Messe gesungen, Adele…

Im Nachgang der Eigenbedarfskündigung der evangelischen Südkirche waren wir wieder „On the road again“. Da in ganz Esslingen in keiner Kirche eine Probeherberge mehr frei zu sein schien, verließen wir Esslingen, um in der katholischen Kirche Deizisau im ehemaligen Krabbelgruppenraum Heimat zu finden. Gleichzeitig verließ uns auch Petra. Nach kurzer Suche konnte Anne gefunden werden, die uns aber nur ein Jahr erhalten blieb, und eine schwierige Zeit der „Deutschland sucht eine neue Vokalistin“ brach an. Musikalisch wurde der Weg differenzierter, mit ausgefeilten Introitussen, alten Hymnüssen im modernen Klanggewand, aber immer mit unverkennbarer Väter-DNA. Mit Karin konnten wir unsere Sängerinnen-Vakanz beenden, mit Motorrad- und Truckergottesdiensten tat sich ein neues Feld auf, in dem unsere rockigen Wurzeln wieder erblühen konnten. In diesem Kontext war 2020 eine Jubiläumstour in die Schweiz geplant, doch just dann kam Corona um die Ecke und in der folgenden Darbzeit aller Kunst vieles auf den Prüfstand. 

Für Einige von uns war diese unfreiwillige Zäsur ein Endpunkt. Chrissi zog berufsbedingt weg, Jürgen und Herbert wollen es künftig ruhiger angehen lassen. Für andere geht die musikalische Reise in der Band „Just Be“ und anderswo weiter und auf diese Weise singt und spielt das V&V-Herz weiter. Ein Geigenbauer sagte einmal, wer hören will, muss aufhören können. Vielleicht ist jetzt ja Zeit für Lola Gola, loszulassen, um Gott zu lassen, neue Wege für unsere Musik und unser Talent zu finden? Nicht ohne aber euch, liebe Freunde und Unterstützer, auf diesem Wege nochmals von Herzen Danke und Lebewohl zu sagen.  Dazu fällt mir der gute, auch wie wir, in die Tage gekommene John Miles ein: „Music was my first love and it will be my last. Music of the future and music of the past. To live without my music would be impossible to do. In this world of troubles my music pulls me through.”

Die letzten Restbestände unserer CDs verschenken wir gerne als unser finales Dankeschön an euch – sprecht uns an!  An dieser Stelle auch nicht & nie zu vergessen, Anne und Bernd als unsere treuen Wegbegleiter, als Presenter und Mischer bis zuletzt: Special credits to you! Gleiches an unsere Ehemaligen und Gastmusiker: we had a time of our life! Danke Petra, Karen, Steffi, Anne, Markus, Monique, Tobi, Miri, Anni, Anke, Andi, Andi, Christof, Claus, Sabine, Irmela. In diesem Sinne, nach 21 Jahren, 350 Stunden live on Stage, fällt der letzte Vorhang oder der erste für etwas Neues, alles eine Frage der Sichtweise und in der Realität ist die Wirklichkeit eh doch ganz anders: Gott befohlen und see you later, alligator…

Kurioses rund um die Väterband & Vocals. Hier noch ein kleines, allerbestes Panoptikum:

Es wird aufs Äußerste dementiert, dass…

  • V&V einen exklusiven Werbevertrag mit Wullebier abgeschlossen hat…
  • Wir uns in „the Pellet Pappas“ umbenennen wollten, als wir unseren Proberaum in der Versöhnungskirche wegen einer Pelletheizung aufgeben mussten…
  • Wir in der Versöhnungskirche anstatt Proberaummiete jedes Jahr den Weihnachtsbaum aufgebaut haben…
  • Das erste Honorar unseres Adventskonzertes aus mehreren Strafzetteln wegen illegalem Parken auf dem Weihnachtsmarkt bestand…
  • Marcell und Stefan mit der Nummer „Neues Land betreten“ als „Milli Stefanilli“ gesangstechnisch durchstarten wollten…
  • Der Wellensittich Hansi in der gleichnamigen Kabarettnummer von Fiasko im Konzertprogramm „Stürmische Zeiten“ nicht gestorben ist und rein fiktiv war und wir deswegen mehrere Klagen wegen Tierquälerei erhalten haben…
  • Wir eine gewisse Affinität zur Warmluftheizung in der Stadtkirche haben und auch heute noch heimlich dort gesehen werden…
  • Wir Bernd als unseren PR-Manager einsetzen wollten, weil er von uns am leichtesten und jederzeit erreichbar ist…
  • Die Jahresgage unserer Musiker aus einer Bratwurst, einem Glühwein und einer Waffel auf dem Weihnachtsmarkt bestand…
  • Wir uns als GbR eintragen ließen, um üppige Gesellschaftersitzungen durchführen zu können…
  • Rocklänge ein Thema war, eher noch die Länge der Projektvorstellung in der Thomasmesse…
  • Gefrorener Pflaumenkuchen unser Lieblingsgebäck ist…
  • Der Sound in der VM unter dem Motto „basst scho“ immer um einiges fulminanter war…
  • Es Freiwurst bei „On the Move“ gab, damit uns überhaupt jemand zugehört hat…
  • Wir den Proberaum und unfreiwilligerweise unser Equipment mit der Nachwuchsband Afro Busasi und dem großen Esslinger Bläserensemble geteilt haben, was zu gewissen Raumengpässen geführt hat…
  • Jetzt noch Nachhall von unserem Konzert in der katholischen Kirche in Reichenbach vorort zu hören ist…
  • Es noch ungeklärt ist, was sich in den Trinkbechern unserer Vokalistinnen befindet…
  • Wir von jedem Auftritt ein Souvenir in Form von lokalen Infrastrukturelementen a la Ständer&Co. mitgenommen haben…
  • Wir ein digitales Mischpult von der Stiftung „Gesunder Rücken“ gesponsort bekommen haben…
  • Stefan den Künstlernamen „Hendrix“ angenommen hat, eine bunte Gitarre mit historischen Motiven besitzt und demnächst im Südkirchenturm in der Esslinger Vorstadt eine Gitarrenwanderausstellung mit seinen zahlreichen Artefakten plant…
  •  „Väter Light“ keine von uns initiierte Abnehminitiative ist…
  • Die korrekte Sortierung von Noten ein Thema bis zuletzt war und wir dafür professionelle Unterstützung angefragt haben…
  • Der zweimalige Abstieg des VfB und die jeweils aktuelle Verspätungslage der Bahn Auswirkungen auf unsere Gemütslage gehabt hätten…
  • Unsere neue Audioanlage mit integrierten Hörgeräten ist…
  • Wir schon heimlich unser Comeback vorbereitet haben und dazu in der Coronapause eine neue CD „jetzt erst recht“ eingespielt haben…
  • Wir keinen Proberaum in Esslingen fanden, weil wir einen begehbaren, barrierefreien Proberaum in einer betreuten Musikanten-WG gesucht haben…
  • Wir nach unserem Umzug nach Deizisau erwogen haben, Liedgut von Gotthilf Fischer in unser Repertoire aufzunehmen…

Stefan Harrer

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