Willkommen

21 Jahre lang haben wir nun Gemeindeveranstaltungen, Gottesdienste und Konzerte musikalisch gestaltet. Eine reiche und erfüllende Erfahrung, die nun leider zu Ende geht. Die Väterbänd hat sich aufgelöst und auch diese Internetpräsenz wird es ab Ende 2021 nicht mehr geben. Ihr könnt hier noch eine kleine sehr lesenswerte Revue passieren lassen. Wir bedanken uns bei allen Freunden, Förderern, Gönnern und treuen Fans.

Alles Gute und Gott befohlen!

Eure Väter mit den fantastischen Vocalistinnen!

Wer noch CDs aus unseren Restbeständen haben möchte, melde sich gerne über das Kontaktformular.    

The Final Curtain

Tschau Kakao, Tschö mit Ö, Tschüss mit üss, Tschüssikowski Tschüsseldorf, toodledoo, kangaroo, ciao for now, San Frantschüssko… 

Man schrieb ein taufrisches Millennium, als sich anno 2000 vier Väter (Jürgen, Marcell, Stefan, Herbert) in ihren besten Jahren aufmachten, um anlässlich des Abschlussgottesdienstes zweier ihrer Kinder gemeinsam zu musizieren und en passant musikalisches Neuland zu betreten. Man kannte sich, stand schon seit über 20 Jahren in verschiedensten Formationen von A wie Akzente bis D wie Dimension Five auf der Bühne, aber diesmal, spürte man vom ersten Tonikum an, entstand da etwas, das währen würde. Die gesangliche Goldkante war auch schnell gefunden, mit Steffi, Petra und Tabea aus dem nahen Netzwerk waren zwei neue Marken gesetzt: christliche Popmusik „at its best“ mit mehrstimmigem Gesang. Nur beim Namen dieser Formation tat man sich weniger leicht: „Väterband“ war ein Konsens, der zwar die Lebenssituation der Instrumentalisten wiedergab, für die Vokalistinnen allerdings zu kurz gesprungen war, was uns zum ewig-running Anmoderationsgag für unsere Mädels führte: „Wie fühlt ihr euch in einer Band, die „die Väter“ heißt?“ Später sollte ein „&Vocals“ folgen. 

Zunächst aber Musik, Musik, Musik. In Gottesdiensten und Sing&Prays in der Esslinger Begegnungskirche und recht bald über die Gemeindegrenzen hinweg, in SpoGos & in der Thomasmesse in der Esslinger Stadtkirche. Geprobt wurde noch im Heizungskeller der Versöhnungskirche Oberesslingen, bis wir eines Tages den Erfordernissen einer modernen Heizungsanlage weichen mussten und unsere Reise begann…

Bye Bye Hawaii, butterfly, so long, King Kong bis dannimannski, Dennver, Dannzig Dennmark, Hasta la vista, Mista. Ende Gelände, Schicht im Schacht, erst die Rechte, dann die Linke, beide machen winke, winke…

Um im Garagenanbau der Begegnungskirche zumindest für unser Equipment eine Bleibe zu finden. Wir probten auch oft dort in der Gemeinde oder wo es möglich war. Das Sangeskleeblatt konnte mit Karen vervollständigt werden, so dass man für Kommendes stimmenstark gewappnet war. Man hörte uns immer mehr in neuen Formaten, wie in Evangelisationsveranstaltungen a la „Pro Christ“, „On the Move“, „Festival der Hoffnung“. Wir machten uns auf zu neuen Ufern mit unserer ersten CD: „Gott ist anders“, die noch recht monolithisch (Gesang/Instrumente en Block) im Stuttgarter Heilands-Kirchenkellerstudio von Julian Scharpf produziert wurde (mittlerweile vergriffen). Die Thomasmesse war ein Kontinuum, dem wir mit unserer Musik einen modernen Anstrich geben konnten. In Anbetracht vieler guter Notenliteratur konnten wir dort zum 1. Advent ein Konzert „Er kommt an“ etablieren, gepaart mit geistreichen Texten aus Stefans Feder. Für viele Menschen ein guter Start in den Advent, um so auch zu entdecken: Gott ist anders, jenseits des überbordenden Weihnachtsmarktes vor den Türen der Stadtkirche. Und über diese Connection fanden wir neue Heimat im Proberaum im Turm der Südkirche in Esslingen. Eigentlich eine Rumpelkammer, aber für uns donnerstags, ein Atelier unserer Tonkunst. In der Südkirche wagten wir auch eigene Lobpreiskonzerte „Ströme des lebendigen Wassers“…

Chapeau mit O, Paris, Athen, auf Wiedersehn, tschautschesko, ciao Pan Tau, bis dann, Hermann, Bye Bye, Kartoffelbrei, mach’s gut, schwing den Hut, Sayonara carbonara…

So erreichten wir unsre Hochphase. Wir spielten 2 weitere CDs ein: „Weites Land“ und, angesichts unseres beliebten Adventkonzertreigens, „Er kommt an“, aufgenommen in Mehrspurtechnik in verschiedensten Locations von den Scharpfschen Baltimore Basements bis zur Popakademie Mannheim, stets produziert von Julian Scharpf. Dass Steffi mit ihrem Talent nicht ewig bei uns bleiben würde, war uns klar, aber auch Karen ging nach unsrer 3. CD von Bord. Wir konnten zur Stärkung unseres Gesangs Chrissi gewinnen, die ein neues Stimmtimbre in den Sopran brachte und mit Lobreis&Lounge ein neues Format lancierte. 

Musikalische Visionäre wie wir von Anfang an waren, erspürten wir den „Wind of Change“. Deswegen veranstalteten wir anlässlich unseres 15-jährigen Jubiläums eine musikalische Zeitreise in unsere und in die globalmusikalische Zeitgeschichte gepaart mit Kabaretteinlagen von FIASKO (Stefan&Irmela), die auch in den kommenden Konzerttourneen: „Lebenswege“ und „Stürmische Zeiten“, ein frohsinniger Baustein bleiben sollten… 

Macht’s gut, Knut, Bis baldo, Ronaldo, Ade bleib, schee, auf Wirsing, bis Baldrian & Spätersilie, Bye mit Ei, Schalömmchen, der Drops ist gelutscht, die Messe gesungen, Adele…

Im Nachgang der Eigenbedarfskündigung der evangelischen Südkirche waren wir wieder „On the road again“. Da in ganz Esslingen in keiner Kirche eine Probeherberge mehr frei zu sein schien, verließen wir Esslingen, um in der katholischen Kirche Deizisau im ehemaligen Krabbelgruppenraum Heimat zu finden. Gleichzeitig verließ uns auch Petra. Nach kurzer Suche konnte Anne gefunden werden, die uns aber nur ein Jahr erhalten blieb, und eine schwierige Zeit der „Deutschland sucht eine neue Vokalistin“ brach an. Musikalisch wurde der Weg differenzierter, mit ausgefeilten Introitussen, alten Hymnüssen im modernen Klanggewand, aber immer mit unverkennbarer Väter-DNA. Mit Karin konnten wir unsere Sängerinnen-Vakanz beenden, mit Motorrad- und Truckergottesdiensten tat sich ein neues Feld auf, in dem unsere rockigen Wurzeln wieder erblühen konnten. In diesem Kontext war 2020 eine Jubiläumstour in die Schweiz geplant, doch just dann kam Corona um die Ecke und in der folgenden Darbzeit aller Kunst vieles auf den Prüfstand. 

Für Einige von uns war diese unfreiwillige Zäsur ein Endpunkt. Chrissi zog berufsbedingt weg, Jürgen und Herbert wollen es künftig ruhiger angehen lassen. Für andere geht die musikalische Reise in der Band „Just Be“ und anderswo weiter und auf diese Weise singt und spielt das V&V-Herz weiter. Ein Geigenbauer sagte einmal, wer hören will, muss aufhören können. Vielleicht ist jetzt ja Zeit für Lola Gola, loszulassen, um Gott zu lassen, neue Wege für unsere Musik und unser Talent zu finden? Nicht ohne aber euch, liebe Freunde und Unterstützer, auf diesem Wege nochmals von Herzen Danke und Lebewohl zu sagen.  Dazu fällt mir der gute, auch wie wir, in die Tage gekommene John Miles ein: „Music was my first love and it will be my last. Music of the future and music of the past. To live without my music would be impossible to do. In this world of troubles my music pulls me through.”

Die letzten Restbestände unserer CDs verschenken wir gerne als unser finales Dankeschön an euch – sprecht uns an!  An dieser Stelle auch nicht & nie zu vergessen, Anne und Bernd als unsere treuen Wegbegleiter, als Presenter und Mischer bis zuletzt: Special credits to you! Gleiches an unsere Ehemaligen und Gastmusiker: we had a time of our life! Danke Petra, Karen, Steffi, Anne, Markus, Monique, Tobi, Miri, Anni, Anke, Andi, Andi, Christof, Claus, Sabine, Irmela. In diesem Sinne, nach 21 Jahren, 350 Stunden live on Stage, fällt der letzte Vorhang oder der erste für etwas Neues, alles eine Frage der Sichtweise und in der Realität ist die Wirklichkeit eh doch ganz anders: Gott befohlen und see you later, alligator…

Kurioses rund um die Väterband & Vocals. Hier noch ein kleines, allerbestes Panoptikum:

Es wird aufs Äußerste dementiert, dass…

  • V&V einen exklusiven Werbevertrag mit Wullebier abgeschlossen hat…
  • Wir uns in „the Pellet Pappas“ umbenennen wollten, als wir unseren Proberaum in der Versöhnungskirche wegen einer Pelletheizung aufgeben mussten…
  • Wir in der Versöhnungskirche anstatt Proberaummiete jedes Jahr den Weihnachtsbaum aufgebaut haben…
  • Das erste Honorar unseres Adventskonzertes aus mehreren Strafzetteln wegen illegalem Parken auf dem Weihnachtsmarkt bestand…
  • Marcell und Stefan mit der Nummer „Neues Land betreten“ als „Milli Stefanilli“ gesangstechnisch durchstarten wollten…
  • Der Wellensittich Hansi in der gleichnamigen Kabarettnummer von Fiasko im Konzertprogramm „Stürmische Zeiten“ nicht gestorben ist und rein fiktiv war und wir deswegen mehrere Klagen wegen Tierquälerei erhalten haben…
  • Wir eine gewisse Affinität zur Warmluftheizung in der Stadtkirche haben und auch heute noch heimlich dort gesehen werden…
  • Wir Bernd als unseren PR-Manager einsetzen wollten, weil er von uns am leichtesten und jederzeit erreichbar ist…
  • Die Jahresgage unserer Musiker aus einer Bratwurst, einem Glühwein und einer Waffel auf dem Weihnachtsmarkt bestand…
  • Wir uns als GbR eintragen ließen, um üppige Gesellschaftersitzungen durchführen zu können…
  • Rocklänge ein Thema war, eher noch die Länge der Projektvorstellung in der Thomasmesse…
  • Gefrorener Pflaumenkuchen unser Lieblingsgebäck ist…
  • Der Sound in der VM unter dem Motto „basst scho“ immer um einiges fulminanter war…
  • Es Freiwurst bei „On the Move“ gab, damit uns überhaupt jemand zugehört hat…
  • Wir den Proberaum und unfreiwilligerweise unser Equipment mit der Nachwuchsband Afro Busasi und dem großen Esslinger Bläserensemble geteilt haben, was zu gewissen Raumengpässen geführt hat…
  • Jetzt noch Nachhall von unserem Konzert in der katholischen Kirche in Reichenbach vorort zu hören ist…
  • Es noch ungeklärt ist, was sich in den Trinkbechern unserer Vokalistinnen befindet…
  • Wir von jedem Auftritt ein Souvenir in Form von lokalen Infrastrukturelementen a la Ständer&Co. mitgenommen haben…
  • Wir ein digitales Mischpult von der Stiftung „Gesunder Rücken“ gesponsort bekommen haben…
  • Stefan den Künstlernamen „Hendrix“ angenommen hat, eine bunte Gitarre mit historischen Motiven besitzt und demnächst im Südkirchenturm in der Esslinger Vorstadt eine Gitarrenwanderausstellung mit seinen zahlreichen Artefakten plant…
  •  „Väter Light“ keine von uns initiierte Abnehminitiative ist…
  • Die korrekte Sortierung von Noten ein Thema bis zuletzt war und wir dafür professionelle Unterstützung angefragt haben…
  • Der zweimalige Abstieg des VfB und die jeweils aktuelle Verspätungslage der Bahn Auswirkungen auf unsere Gemütslage gehabt hätten…
  • Unsere neue Audioanlage mit integrierten Hörgeräten ist…
  • Wir schon heimlich unser Comeback vorbereitet haben und dazu in der Coronapause eine neue CD „jetzt erst recht“ eingespielt haben…
  • Wir keinen Proberaum in Esslingen fanden, weil wir einen begehbaren, barrierefreien Proberaum in einer betreuten Musikanten-WG gesucht haben…
  • Wir nach unserem Umzug nach Deizisau erwogen haben, Liedgut von Gotthilf Fischer in unser Repertoire aufzunehmen…

Stefan Harrer

Auf ein Wort: Käsekuchen im Dreivierteltakt

Musik ist eine Glücklichmacherin. Spürbar, sichtbar. Die Neuroforscherin Valori Salimpoor konnte kürzlich das musikalisches Gänsehautgefühl mithilfe bildgebender Verfahren im Gehirn sichtbar machen. Beim Anhören ihrer Lieblingsmusik wurde das Belohnungssystem im Gehirn der Probanden mit Dopamin regelrecht überflutet. So wie Käsekuchen die menschlichen Vorlieben für Zucker und Fett befriedige, ist Musik ein Produkt, das unsere Lustzentren befeuere. Musik bedient uralte Mechanismen unserer Psyche und spielt auf der gesamten Klaviatur der menschlichen Motivation. Musik ist eine Möglichmacherin. Five, six, seven, eight,. Eine Gruppe Neuntklässler lernt lustlos zögerlich Tanzschritte, zunächst gehemmt, unkoordiniert, geradezu peinlich berührt, doch eine Woche später bei der Aufführung ist alles anders: das schüchterne Mädchen vollführt wilde, geradezu anmutige Sprünge aus purem  Glücksgefühl, Leben das sich auf einmal ausdrücken kann und ungeahnte Fähigkeiten entdecken lässt. Musik ist eine kulturelle Symbiontin, die zunächst in die Gehirne der Menschen gelangt ist, weil die Klangstrukturen emotional bedeutsame Geräusche und Rhythmen der Natur imitierten. Dann aber hat sie sich gemeinsam mit dem Menschen weiterentwickelt, um so kulturelle Fertigkeiten des Menschseins überhaupt erst zu begründen. So ganz begreifen werden wir die die Magie der Musik wohl nie. Wie entstehen unsterblich musikalische Ideen, aus 12 Tönen unseres Kulturkreises gewoben, so einfach, und doch so tief, so neu, so reich, dass jede Note etwas zu erzählen hat. Etwas, was man nicht beschreiben kann, was man nur fühlt. Musik und christlicher Glaube sind seit jeher verbunden. Sie reicht vom ausgelassenen Lob Gottes bis hin zur Klage in den Psalmen, eine universelle Sprache, die jeder versteht, weil sie das Herz tiefer anspricht als Worte allein. Sie ist weder zum Erhalt des Lebens generell, noch zum Erhalt unserer Spezies notwendig. Ein purer Luxus. Nach getaner Arbeit kommentierte Gott sein Werk nicht mit: „Und siehe, es funktioniert!“. Sein Anspruch war höher gewesen als nur eine praktikable Welt zu erschaffen. Es ging ihm um Schönheit. Und Reichtum. Deswegen erfand er Musik, damit wir unseren Gedanken und Gefühlen Ausdruck verleihen können, auf ewig: „Musik, du bist die tiefste Labe, die aus der Menschenseele quoll. Bist Gottes allerbeste Gabe, da seine Güte überschwoll.“ (Hermann Claudius)

-Stefan Harrer-

#Neulich… genug

Oh, wie schön ist Genugistan! Für alle gibt es in diesem Land genug zu essen, keiner muss hungern und für einen Lebensabend in Würde ist genug gesorgt. Jeder hat genug Freunde, mit denen nach 2 Minuten blinden Verstehens die Welt wieder perfekt ist. Es ist genug Zeit, so dass man Dinge aufrichtig und richtig machen und dennoch genug durchatmen kann. Genug Verständnis für den Charme des Unvollkommenen und dass Fehler nicht nur eine Betriebsstörung sind. Genug Liebe, echt und ruhigen Herzens, dass niemand ungeliebt und in Berührungsarmut farblos existieren muss. Genug Dankbarkeit, die Bedingungen für Glück nicht ins Endlose zu steigern. Genug Vertrauen als wahrhaftiges Universalstärkungsmittel für uns Menschen. Genug Mut, aus den Komfortzonen des Lebens durch Angst hindurch hin und wieder aufzubrechen, um zu wachsen, sich verändern zu lassen. Genug Humor, sich selbst nicht zu wichtig zu nehmen. Genug Anstand, Mitgefühl, Demut, Gelassenheit, Hoffnung, ein Platz für jeden…von allem gäbe es genug. Wären da nur nicht die Diwodas. Die, wo da immer mehr wollen, raffen hasten, Die, die so wenig vertrauen, dass sie betrügen müssen. Die den Hals nicht voll bekommen. Die es nicht gut mit mir, aber immer besser mit sich selbst meinen. Denen Genugistan nie genug ist. Und dann ist da noch der Ibims. Eigentlich 1 Fux vong Verstand her. Aber im Vergleich mit den Diwodas meint er, nicht schuld zu sein und so sammelt er, misstraut sie, drängelt er, tut sie immer so weiter, als wäre er oder sie nicht Teil vong Genugistan und schon gar nicht Teil des Problems. Wie viel Veränderung würde wohl geschehen, wenn jeder Ibims sich an die eigene Nase packte und den ersten Schritt täte, Leben zu teilen als für sich zu horten?  Es gibt eine frohe Botschaft für Genugistan, dass Jesus Christus genug ist, um alle Bedürfnisse zu befriedigen, unseren Durst, unsere Sehnsucht und unser tiefes Verlangen, ganz zu sein. Wer ihm vertraut, findet Erfüllung für alle Bedürfnisse, das Herz eines Dieners voller Leidenschaft und Hingabe, denn Gott hat uns alles geschenkt, was wir brauchen. Werden wir es annehmen? Oh, wie schön ist Genugistan….

-Stefan Harrer-

alles!=anders

Mütend ist das neue Kollektivgefühl. Die Menschen sind müde und wütend zugleich, nicht mehr nur pandemüde, sondern jetzt auch erzürnt: über Salami-Lockdowns, Verlängerungsverlängerungen, Dochnichtruhetage, Geistergastronomie, Beherbergungsverbot, föderale Extrawurst und politischen Eiertanz. Die unüberwundene Pandemie weckt in uns ungekannte Mattgefühle wie Coronakater, Hoffnungsunlust und Weltschmerzdunkel, dass selbst der letzte Optimistfink verschnupft ist. Und Zorn: auf Nacktnasen und Wirrologen, dass uns an Coronachten keine Reise ins Warme gegönnt war, sondern Holistay – Urlaub zu Hause. Statt Trikini (Bikini mit passender Maske) am Strand, Quarantini-Cocktail zu Hause auf dem Sofa, stellvertretend für all die pandemiesen Dinge, die da noch sind. Man ist übermüpfig und overzoomed, hat Langeeile, Krisenfrise und Coronabody. Man blickt sehnsuchend und müderfordert einer Umarmung in der Nach-Corona-Welt entgegen oder doch nur wieder auf seine Warnapp oder den R-Wert und hofft, bald aus dieser Coronarkose zu erwachen… Die Jünger Jesu sind längst wieder mit Frust und Lust im Alltag versunken. Der aufer­stan­dene Christus war ihnen begegnet, hatte sie bestärkt und begeistert. Aber schon ein paar Tage später ist der Zauber verflogen. Irgendwie muss das Überleben ja weitergehen. „Ich will fischen gehen!“ Petrus ist mütend, hält die Spannung nicht mehr aus. Doch Nichts fangen die Jünger in dieser Nacht. Da muss man durch. Zähne zusam­menbeißen. So ist es eben in dieser Welt, daran gewöhnt man sich. Dass die einen immer reicher werden und den anderen das Nö­tige zum Leben fehlt? Dass Kinder aus armen Verhältnissen schlechtere Aussichten haben als solche aus wohlhaben­deren Fami­lien? Dass Gewalt schon zur neuen Normalität gehört? Auch ich bin mütend. Dann ein Ruf, ein Fremder, vom Ufer her: „Habt ihr nichts, was euch satt macht nach der langen vergeblichen Nacht, in der Leere und Trostlosigkeit eures All­tags, in den erfolgslosen Versuchen, ihm einen Sinn ab­zugewinnen?“ Es ist Jesus. Er weiß um die Resignation, die sich in unseren Herzen einge­nistet hat, blickt tief hinein und weiß, dass wir uns das alles an­ders wünschen. Nein, wir haben nichts, außer Anspannung, Angst, Erschöpfung. Fliehen oder Dagegenhalten? Ein aktives Zutun scheint kaum möglich. „Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden“, sagt er. Lassen wir Zweifel nicht das letzte Wort haben. Auf Jesu Wort hin füllt sich das Netz der Fischer überbordend. Sein Wort wendet das Leben, erfüllt die Her­zen, gibt Glauben und Vertrauen auch im scheinbar Unmöglichen zurück. Sein Wort, ein wirksames Vakzin – gestern und heute…

-Stefan Harrer-

alles anders +/-

Ohne ein Lächeln bist du nie angezogen. Aber aus was ziehen wir Freude dieser Tage in dieser seltsamen Zeit aufgespannt zwischen Rückblick und Ausblick, zwischen dem, was mich trägt und dem, was mich in die Zukunft zieht? Was spricht die Anamnese unsers Lächeln dieser Tage im Hoch- und Tiefbau des Lebens? Der Welttag des Glücks am 20.3.2021 liegt hinter uns und die Ministerin für Glück und Wohlbefinden meint, dass die Deutschen eher unglücklich sind, zu viel arbeiten, zu viel auf Geld und Status schauen und dabei zu oft vergessen, was wirklich zähle. Vielmehr will sie uns zum Nachdenken anschubsen: wie leben wir in einer Welt von Morgen? Leben, um zu arbeiten? Weniger konsumieren und mehr genießen? Oder sind es die kleinen Dinge im Leben, auf die es ankommt und die man aufmerksamer wahrnehmen sollte? Ein wunderbares Kleinod in diesem Kontext finde ich das Wort „hoffnungsfroh“. Hoffnung kommt übrigens von Hüpfen, Hopsen. So wie Kinder eben hüpfen, wenn ihre Hoffnung im Herzen untrennbar verbunden ist mit der Freude auf das, was sie erwarten. Hoffnungsfroh – das ist eine Lebens- oder eben Glaubenshaltung, die sich von Geschichten nährt, nicht von logischen Erklärungen oder philosophischen Theorien. Und eine solche Geschichte handelt von Noah. Ja, die mit den Tieren und dem Schiff, die wir als Kinder schon liebten. Dann kommt er, der Regen, 40 Tage und Nächte am Stück, auf der ganzen Welt. Wasser bis zum Hals alias die Sintflut, die vieles aus dem alten Leben weggespült, viele Wünsche zerplatzen und Träume untergehen lässt. Doch wird es eine Zukunft geben, irgendeine Form von Rettung. Aber was würde das sein? Noah schickt Tauben los, um Ausschau zu halten nach dem, was uns trägt und woraufhin wir leben. Und am Ende der Geschichte unserer Sintflut gibt es einen optischen Hoffnungstusch: einen Regenbogen, das Hoffnungszeichen schlechthin, prall bunt, einmal die ganze Farbpalette ins große Blau gepinselt. So wunderschön geht es im Himmel zu, ein Hoffnungsanker für der Zukunft. Apropos: Jesus Christus selbst hat sich mit Noah verglichen. Dieser Vergleich macht deutlich: es gibt Hoffnung in ihm auf Rettung. Vergessen wir das nie und gerade jetzt nicht, diesen frohen Unterton der Hoffnung auch weiterzutragen. Also, ich hüpf schon mal los…

-Stefan Harrer-

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alles anders?

Ein Hoffnungsstreifen am Horizont: unser Hairport macht bald wieder auf und auch sonst zeigen die Indizes in Richtung Lockerung. Trotzdem keimt in uns die Erkenntnis, unser Leben wird niemals mehr so sein wie einst, weil wir durch mannigfaltige Beschränkung gezwungen waren, vieles das lebensnotwendig und unverzichtbar schien, neu zu bewerten und zu beleuchten. Wollen wir also wirklich wieder auf überfüllte Rockkonzerte, wo alte Männer laut lärmend alte Lieder spielen, die jeder schon kennt? Wollen wir die mühsam auf Enthaltsamkeit getrimmten Jugendlichen wieder auf die Öffentlichkeit loslassen, wo sie sich gerade an eine verpixelte Homeschoolingrealität gewöhnt haben? Wollen wir wieder überbordende Volksfeste maßloser Schluckimpfung schunkelselig feiern? Wollen wir wieder in ein volles Kino, eingeklemmt zwischen Fremden und hinter einem baumlangen, ganzkörpertätowierten Typ, der lautstark mampfend das Krustimeter zum Vollausschlag bringt? Wollen wir uns in einer vom Luftdruck zusammengepressten Metallröhre durch den Himmel schießen lassen, in der die Plätze für Menschen mit nur einer Gesäßhälfte gemacht sind, um beim Landen zu klatschen, als wäre Überleben nicht im Flugpreis inbegriffen? Ich denke wir wollen es, weil wir Menschen so sind, übergriffige, mitunter zu Distanzlosigkeit neigende, leicht zu laute Lebewesen, die oft nicht ohne einander und miteinander können. Dennoch sollten wir das Momentum der Pandemie nicht verpuffen lassen, unser Leben zu entrümpeln, zu verändern, zu hinterfragen: soll alles so bleiben oder kann etwas weg? Vor über 2000 Jahren sandte Gott seinen Sohn in diese Welt, um uns bei dieser Sinnfrage zu helfen, als Zeichen seiner Liebe für uns bruchstückhafte Menschen, um uns lohnendes Leben vorzuleben, das nach Hause führt. Vielen Menschen bleibt es heute ein Rätsel, wie jemand in der aufgeklärten Zeit noch an Gott glauben kann und finden doch selber keine Stillung ihrer inneren Sehnsuchtsstürme: das Verlangen nach Freiheit, nach Seelenfrieden, nach Vergebung. Auch die engsten Freunde von Jesus konnten diese Frage erst nach vielen tiefgreifenden Erlebnissen und so gewonnener Gewissheit beantworten, dass Jesus den Menschen Vergebung, Rettung, Heil und Frieden und den Zugang zu Gott schenken kann. Probieren wir es aus in den nächsten 40 Wegetagen Richtung Ostern und entdecken dabei ganz neu: bei Anruf Gott….

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: #Neulich…locking down & looking up

So, langsam werde ich auf meine Mülltonne neidisch. Gefühlt war sie zuletzt deutlich länger draußen als ich. Wenn schon Lockdown, dann wäre doch ein kollektiver Winterschlaf eine Verschärfung mit der wir alle leben könnten, oder? Stattdessen hat gerade mein Kühlschrank wieder abschätzig mit den Augen gerollt und gegrummelt: Du schon wieder? Zu Beginn des Lockdowns hatte ich mir vorgenommen, dass jeder Gang in die Küche mich 10 Liegestütze kostet. Tja, jetzt steht der Kühlschrank im Wohnzimmer. Dazu habe ich heute schon dreimal geschlafen und sechsmal gegessen und es ist immer noch heute. Dafür bin ich froh, den Lockdown mit meinen 5 Freunden verbringen zu können: Herdbert, Kühlfrank, Mirkowelle, Müllreiner und Toasten. Ein Panda isst ja auch durchschnittlich 12 Stunden am Tag. Wahrscheinlich heißt es deswegen Pandemie. Und wenn jemand wissen will, wie lange ich schon in Lockdown und Homeoffice bin? 6 Kilo. Da liegt 2021 nun vor uns und wir sind gespannt, wie dieser Film laufen wird. 2020 hatte ja den Untertitel: „Rotwein im Müsli schmeckt gar nicht mal so schlecht“. Die 5 Euro für den Jahresplaner 2020 waren ja auch eine Fehlinvestition. Was haben wir uns also für 2021 vorgenommen? Z.B. die Welt retten (geht ja gerade recht einfach indem wir Zuhause vor dem Fernseher sitzen). Oder Menschen in Not helfen, z.B. als ehrenamtlicher Pizzabote. Oder mehr Wonne und Frohsinn. So ein ansteckendes Lachen wäre echt mal wieder Top. Oder einfach nur Ruhe bewahren. Ich habe das Thema vorhin mit meiner Mikrowelle und dem Toaster besprochen. Wir sind uns einig, dass wir nicht mehr mit der Waschmaschine reden. Die verdreht immer alles. Egal was wir uns im 2. Corona-Jahr vorgenommen haben: bleiben wir realistisch, flexibel, rechnen wir mit Umwegen, helfen wir einander oder hören wir einfach nur mal zu: auf unseren Körper, unsere Instinkte unseren Verstand, unsere Träume. Oder auf Gott: statt all die Probleme in Eigenregie zu lösen, fragen wir Gott, was wir tun sollen. Mit einem Gebet kann unser Leben wieder eine ganz neue Belebung erfahren, denn Gott redet heute immer noch. Wir müssen keinen Tag unseres Lebens mehr verunsichert sein oder uns alleine fühlen. Gott möchte uns Zuversicht und Kraft schenken. Und er wird antworten, weil er mit uns reden möchte aus seinem Wunsch heraus nach einer tiefen Beziehung mit uns: „Wende dich an mich und ich werde dir antworten! Ich werde dir große Dinge zeigen, von denen du nichts weißt und auch nichts wissen kannst.“ Also bleiben wir also 2021 trotz Lockdown in Verbindung mit uns, mit anderen und Gott. Gute Kommunikation beginnt bei mir zu Hause: „heute besuche ich mich…mal sehen ob ich zuhause bin” (Karl Valentin)…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Meine himmlische Cafeteria

Wow. Ich bin begeistert. Ich komme aus einer Zeit, da konnte man in einem Cafe nur eine Tasse Kaffee bestellen, auf der Terrasse gar nur Kännchen. Und hier kann ich u.a. wählen zwischen einem Espresso Marocchino im Henkelgläschen, Caffè Shakerato mit Amaretto-Aroma oder einem Frappuccino mit einem extra Schlag Schlagsahne. Solch Auswahl würden wir auch gerne für unser Leben wollen, stimmt‘s? Einen Vergnügungsmokka mit einer Extraportion Luxus ohne Nebenwirkungen. Einen Glücks-Latte-Macchiato mit einem Keks Liebe und als Topping einen Altersruhesitz auf Mallorca, bitte. Das Leben liefert allerdings oft anders und uns beschleicht manchmal das Gefühl, der Mann hinter der himmlischen Cafetheke hat unsere Bestellung nicht richtig verstanden. Statt eines beschaulichen Familienglücks liefert er für ein junges Paar ein Flüchtlingsdrama in Zeiten eines allgemeinen Beherbergungslockdowns mit einem Stall als Zuhause für ihre Zukunft. Statt Anerkennung für einen Knochenjob als Hirte nur Verachtung, Geringschätzung, Naserümpfen. Statt Instant-Rettung ein lebenslanges Warten. Statt wissenschaftlicher Erkenntnis eine beschwerliche Sternfahrt zu einem Neugeborenen. Und bei uns? Statt eines schönen Lebensabends Frührente mit Eheproblemen, Krankheit und Geldentwertung? Statt Uni-Abschluss und danach Familienglück hier schon mal die Kinder vorab und eine Extraportion Stress? Und wer bitte hat dieses Corona-Gebräu bestellt? Empört blicke ich auf – in die unendlich liebevolle Tiefe der Augen des Kaffeehausbesitzers hinterm Tresen und finde dort – Frieden. Es ist so als wolle er mir sagen: ich habe dich im Blick, für immer schon, ich kenne deinen Ein- und Ausgang, all deine dunklen Tage, an denen Kaffee das Einzige war, was lief. Nichts geht an mir vorbei, ohne dass ich es weiß. Mach dich locker, denn das Leben ist lebendig, das Leben ist Veränderung. Und wenn du mich lässt, will ich dich verändern, um durch dich die Welt zu verändern. Ich habe aus Fischern Anführer gemacht, aus Hirten Könige, Gelehrte zu wahren Sehenden. Sollte ich nicht um eine erfüllende Lebensaufgabe für dich wissen? Während du meinst, ich schlafe vielleicht oder sei taub, bin ich am Werk, die richtigen Türen für dich zu öffnen und zu schließen, spätestens immer rechtzeitig. Könnte es sein, dass deine Wunschliste viel weniger Lebensglück bedeutet, als du dir erhofft hast? Vertraue mir. Bleibe bei mir. Hier bist du sicher und geborgen. Anders als in den zugigen Korridoren des Lebens oder in der Kälte des Seins… Ruhig lehne ich mich zurück. Ich bin gespannt was morgen sich hinter dem nächsten Adventskalendertürchen meines Lebens auftun wird. Und mein Cappuccino, a divine hug in a mug, schmeckt heute schon himmlisch…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Geschenkt!

Schade. Dieses Jahr wird es wohl nichts mit dem besinnlichen Bummel durch friedsame Einkaufspassagen und schneeverträumten Weihnachtsmärkten auf der Suche nach den alljährlichen „wir-schenken-uns-nichts-Geschenken“. Dabei macht Schenken doch Freude und am meisten am Glühweinstand beim Ein- und Nachschenken. Weihnachtsgeschenke haben von jeher dieses prickelnde Etwas, übermittelten sie doch immer eine Botschaft – es fragt sich bloß welche. Bekomme ich ein Fitnessarmband von meiner Frau, will das heißen, du bist ganz schön dick geworden? Bekommt die 18-Jährige Melanie ein Landfrauenkochbuch von Oma, will das heißen, wer will denn immer nur Salat und veganes Zeugs essen? Das Mädchen muss Kochen lernen, bevor es auszieht! Oder bekommt Opa Heinz einen selbstgebastelten Stern vom 8-jährigen Enkel Tim geschenkt, heißt das quasi meine Lehrerin (die übrigens fürs filigrane Finish gesorgt hat) meint, Oldies freut das. Kein Wunder, wenn Opa Heinz dieses Jahr selbstgemalte Bilder seinen Enkeln schenkt, damit die mal sehen wie das ist. O du selige, gezwungen-selbstlose Tauschdarbietung von Vergißmeinnichtsen anerkennenden Gebens und dankbaren Nehmens aus Sympathie, Prestige oder Macht und nicht immer gratis. Egal. Wenn nicht ihm fri-fra-fröhlichen Weihnachtsbummel, dann kaufen wir halt das Internet leer. Denn hier gibt es noch viel krassere Geschenke: ein Holy Toast Brotstempel, eine lebensgroße Spiderkuh, Männerseife Mud Rub, original Tiroler Bergluft in der Zirbendose, ein Wurstseminar inklusive Salamikabeltrommel, ein Kaffeebecher mit Aufdruck „wish you were beer“, ein „Mach-ich-Morgen“-Stempel, Notfallgehirn aus Schokolade, ein Voodoo Messerblock, eine aufblasbare Krone „Königin für einen Tag“, einen Traummann zum Kneten… Ich denke, spätestens jetzt habe wir begriffen, dass die wichtigsten Dinge im Leben nicht Ergebnis eigenen Bemühens, sondern Geschenk sind und dass das, was wir wirklich besitzen, uns geschenkt wurde. Schenken ist ein verklingender Nachhall aus dem Paradies, wo alles Schenken war. Deswegen hat Gott uns neu erklärt, wie Schenken geht: aus Liebe, ohne Bedingungen. Er schenkte uns sein Bestes, sein Liebstes, seinen Sohn, und damit das ewige Leben – Bilder seiner Güte für uns. Nicht etwas, sondern er schenkt sich selbst ganz, denn ein Geschenk, in das wir nicht unser Herz investieren, wäre kein wirkliches Geschenk. Weil wir ihn brauchen. Weil seine Menschen nicht allein sein sollen mit ihren Fragen, ihren Fiaskos und ihrer Sehnsucht nach Leben. Damit wir spüren, dass wir wertvoll, geliebt und beschenkt sind und damit uns so einfällt: das könnte ich auch an andere weitergeben! Machen wir mit, gerade in sozial-distanzierten Zeit globaler Vervirtheit und verschenken wir, was wir sind, um zu entdecken: ein wenig Duft bleibt immer an den Händen derer, die Rosen schenken…

-Stefan Harrer-

Auf ein Wort: Was wäre, wenn?

Was wäre, wenn sich alle Menschen der Erde zueinander stellten, hochsprängen und wieder im selben Moment auf dem Boden aufkämen? Was wäre, wenn wir unendlich weinen müssten, würden wir davon austrocknen? Was wäre, wenn mein Drucker Geld drucken könnte, würde das die Welt verändern? Wenn ich ein Steak aus 250km Höhe abwürfe, würde es gebraten auf der Erde ankommen? Wenn 2 Personen von entgegengesetzten Polen auf einer menschenleeren Erde losliefen, würden sie sich begegnen? Wenn man sich sein ganzes Leben lang alle Küsse aufsparen würde und die ganze Saugkraft in nur in einen Kuss legen würde, wie stark wäre er dann? Wenn plötzlich die Sonne erlösche? Was wäre, wenn… Wir kennen diese Fragen. Unser Leben ist von ihnen durchwirkt. Hypothetische Fragen oder auch ganz reale gerade dieser Tage, nach den letzten Dingen, nach Wahrheit, nach Hoffnung, nach Glauben. Diese Fragen haben für mich jeweils mit einem Kind zu tun. Mit dem Wunder der Geburt meiner Kinder, plötzlich in der Gegenwart einer neuen Seele zu sein, und dieser springflutartige Liebe beim Betrachten dieses winzigen Menschleins in wunderbarer Ganzheit, das es vorher nicht gegeben hat. Oder mit dem Kind, das ein Ehepaar einst hatte und das in deren Swimming Pool ertrank, weil die Mutter ans Telefon ging und der Gitterverschluss des Laufstalls nicht richtig eingerastet war. Das ist unsere Welt und wir kennen nicht alle richtigen Antworten Die gute, greise, etwas gestörte Mutter Natur raunt uns ständig widersprüchliche Botschaften zu und wir müssen damit leben. Wir sind mit dem Sprungbrett Geburt ins Leben abgesprungen und können unsere Landung nicht verschieben. Was wäre, wenn… Diese Frage hat für mich noch mit einem dritten Kind zu tun, diesem himmlischen Kind Jesus, dessen Ankunft wir dieser Tage adventsweise feiern, das alle Herrlichkeit und Macht losgelassen hat, um in einem kleinen Stall als Kind unbedeutender, ärmlicher Eltern zur Welt zu kommen, in einer Handwerkerfamilie aufzuwachsen und später als wohnsitzloser Wanderprediger durch die Lande zu ziehen. Ein Mensch wie wir, um unseretwillen sein Leben loszulassen. Das Flugzeug unseres Lebens wird nicht ewig fliegen und wir alle sitzen drin. Jeder muss springen und erst nach dem Sprung, wird sich weisen, ob wir den richtigen Fallschirm gewählt haben in diesem, unserem Leben, in dem Babys behütet aufwachsen, in dem aber auch Herzen stehen bleiben und Füße ausgleiten. Wo wir uns fragen, wo unser Weg liegt und wo er hinführt. Was wäre, wenn wir uns entschlössen, diesem göttlichen Kind zu vertrauen und seinen Pfaden zu folgen, anstatt gemeinsam hochzuspringen, ein Steak abzuwerfen, Geld zu drucken oder all unser Küsse zu sparen, um die Welt zu bewegen? Wenn Gott nicht existiert, dann ist unser Verlust, dass wir nach Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit gestrebt haben. Aber wenn Gott doch existiert und wir beschließen, ihm nicht zu folgen, dann verlieren wir alles. Wir können nicht das Dunkel durch Dunkelheit vertreiben. Aber es gibt eine kreative Himmelskraft, ein Licht, wenn alle anderen erlöschen, dass unser dunkles Gestern in ein helles Morgen verwandeln kann, um unsere Tränen zu trocknen, um unserer Einsamkeit zu begegnen, uns zu finden. Dort, in jenem Stall, in jener Krippe, seit jener Nacht leuchtet es auf. Was wäre, wenn… wir uns dorthin aufmachten? 

-Stefan Harrer-

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